Mit dem Bildband "1001 Wunder des Weltalls: Eine Reise durch das Universum" hat der Wissenschaftsjournalist Piers Bizony ein astronomisches Gegenstück zu den "Geschichten aus 1001 Nacht" geschaffen. Dieses Buch berichtet von sterbenden und neu entstandenen Sternen, von fernen Galaxien und einer noch ferneren Vergangenheit. Erzählt wird die Geschichte des Universums. Das Ganze geschieht mit Bildern und den dazugehörigen Bildunterschriften.

Nur sehr sparsam sind die einzelnen Kapitel mit ganzseitigen Texten zu bestimmten Objektgruppen gespickt, die geeignet sind, einem Leser, der zum ersten Mal mit der Astronomie in Kontakt kommt, ein wenig Fachwissen zu vermitteln. Sie sind aber auch hilfreich, um verschiedene Objekte in einem größeren Zusammenhang darzustellen, als dies nur anhand der einzelnen Bilder möglich wäre. Gerade dieses Minimum an Text verleiht dem Buch einen besonderen Charakter als Bildband.

Hält man diesen in den Händen, so fällt einem als erstes das etwas ungewöhnliche Format von 23x23 Zentimetern auf. Da auf den knapp 400 Seiten mehr als 800 Bilder, zum Teil seitenfüllend, gezeigt werden, ist schnell klar, dass bei dem Buchformat andere Fotos deutlich kleiner sein müssen. So sind viele Bilder nur so groß wie ein Passfoto, andere nur etwas größer als eine Briefmarke. Bei den punktförmigen Objekten geht dadurch nicht viel verloren, da aber auch flächenhafte Objekte oft recht klein abgebildet werden, büßen diese einen Teil ihrer Details ein. Und so mancher Leser mit schlechten Augen wird Probleme mit den kleinen Bildern haben. Dies ist aber auch der einzige wirklich große Nachteil des Werks.

Ein anderes Problem, das gerade bei Bildbänden und auch bei dem vorliegenden immer wieder auftritt, sind Aufnahmen, die mittig auf den Buchfalz positioniert werden. Dies ist aber gerade bei den vermeidbaren Fällen umso ärgerlicher. Zum Glück tritt dieses Problem bei "1001 Wunder des Weltalls" nicht ganz so häufig auf wie in manch anderem Buch.

Sehr gelungen ist die Auswahl der Bilder – egal, ob sie groß oder klein abgedruckt sind. So enthält das Buch unerwartete Aufnahmen wie beispielsweise die Internationale Raumstation vor dem Hintergrund unserer Sonne oder ein Bild der Sahara, das auch gut von einer anderen Welt des Sonnensystems stammen könnte. Trotz der Vielzahl an Fotos finden sich auch zahlreiche Abbildungen jenseits des Mainstreams, die nicht in jedem astronomischen Bildband vorkommen. Sie faszinieren mit ihrer eigenen Geschichte oder durch ihre ungewöhnliche Beschaffenheit den Betrachter. Ein Beispiel hierfür ist die fast transparent wirkende Galaxie NGC 4921.

Dass es bei dem einen oder anderen Objekt auch auf die verwendete Wellenlänge ankommt, wird dem Betrachter an einigen Beispielen schön gezeigt. Da sieht ein Nebel im Infraroten viel interessanter aus als im sichtbaren Licht oder umgekehrt, oder eine Galaxie enthüllt einen Teil ihrer Natur erst im Röntgenlicht. Eine sehr gute Ergänzung ist auch die Entfernungsangabe, sie befindet sich bei allen extrasolaren Objekten unterhalb der Bildunterschrift.

Da – außer beim Sonnensystem – beim Arrangieren der verschiedenen Objekte auf eine strikte Struktur verzichtet wurde, wirkt das Buch aufgelockert und der Betrachter wird zum längeren Verweilen verleitet.