Nicht nur die bekannte Astronomiesoftware "Redshift", sondern fast alle Astronomieprogramme bringen mehr oder weniger umfangreiche Funktionen zur Simulation von Sonnen- und Mondfinsternissen mit. Allerdings gibt es nicht jedes davon auch als App für's Smartphone oder Tablet, und ihre Funktionalitäten sind dann vielleicht auch noch über mehrere Menüeinträge oder Dialogfenster verteilt. Wird die günstige App "Sonnenfinsternis by Redshift" für iOS- und Android-Geräte den Erwartungen eines Finsternisbeobachters gerecht?

Mit wenigen Schaltflächen und drei Widgets (kleinen Fenstern oben im Display) bietet die übersichtlich gestaltete Bedienoberfläche vier Ansichtsarten einer Sonnenfinsternis. Die Perspektive vom optimalen Ort aus ist die Standardansicht nach jedem Start der App. Wollen Sie zum eigenen Standort wechseln oder die Finsternis von der Sonne aus betrachten, tippen Sie einfach auf eines der Widgets, wodurch dieses zum Hauptfenster wird.

Aufschlussreiche Karte

Ein weiteres Widget zeigt eine Finsterniskarte in schematischer oder realitätsnaher Darstellung der Erde. Hier sind, mit Linien versehen, jene Gebiete markiert, in denen die Sonnenfinsternis zu sehen ist. Zahlen an den Linien geben die so genannte Größe der Finsternis an, also den Anteil des vom Mond bedeckten Sonnendurchmessers. Innerhalb der drei dunkelblauen Linien ist die Sonnenfinsternis total zu sehen, auf der mittleren von ihnen wandert das Zentrum des Kernschattens über die Erdoberfläche. Eine Berührung der dargestellten Gebiete blendet ein kleines Info-Fenster ein, das die Kennwerte der Finsternis an der entsprechenden Position auflistet, also deren Größe und Bedeckungsgrad (die vom Mond verdeckte Fläche der Sonnenscheibe). Zusätzlich erscheint hier eine kleine Animation, welche die Finsternis an dem jeweiligen Ort vom Beginn bis zur maximalen Verdunklung zeigt.

Finsterniskarte
© Michael Gottwald / United Soft Media
(Ausschnitt)
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Die App liefert noch mehr Informationen, wenn man bei den Zusatzoptionen auf das "i" tippt. Die Zeitangaben in dem Fenster mit den genauen Uhrzeiten der einzelnen Phasen hängen von der gewählten Perspektive ab (von der Erde oder vom Weltall aus). Greenwich Mean Time wird aber immer zusätzlich angegeben. Den Finsternistyp finden Sie dort ebenso wie kurze Infos zur lokalen Sichtbarkeit oder zur Position des besten Standorts. Die angetippte Position lässt sich als aktueller Beobachterstandort übernehmen, ansonsten wählt man diesen auf einer speziellen Seite aus, die vom Hauptmenü zu erreichen ist. Dort stehen Ihnen eine umfangreiche Städteliste, eine zoombare Erdkugel oder die Nutzung des GPS-Signals zur Verfügung. Das Hauptmenü enthält außerdem Hilfeseiten und einen Finsterniskalender. Letzterer listet alle Sonnenfinsternisse von 1990 bis 2100 auf, wahlweise auch nur die vom aktuellen Beobachterstandort aus sichtbaren, oder gefiltert nach Finsternistyp.

Aus dem Weltall beobachtet

Finsterniskarte und Infos
© Michael Gottwald / United Soft Media
(Ausschnitt)
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Der Finsterniskarte ähnlich ist der Blick von der Sonne aus, jedoch gibt es hier keine weiteren Funktionalitäten bis auf die Zeitsteuerung und die Zoomfunktion. Damit der Mond nicht seinen eigenen Schatten auf der Erdoberfläche verdeckt, befindet sich der Beobachterstandort sinnvollerweise etwas außerhalb des Sonnenzentrums. Die Zeitsteuerung ermöglicht einen beschleunigten Ablauf in beide Richtungen, bis sechs Stunden vor beziehungsweise nach der Finsternis, oder auch nur jeweils zu den einzelnen Phasen (Kontakten). Mit dem von Redshift bekannten Zeitrad können Sie den Ablauf beliebig beschleunigen.

Am wichtigsten für Finsternisbeobachter ist aber natürlich der Anblick vom eigenen oder besten Standort auf die Sonne. Um den optimalen Beobachtungsort zu finden, genügt ein einfacher Tipp auf das gleichnamige Widget. Ohne Tageslichtsimulation ist der Sternenhimmel inklusive Planeten immer zu sehen, ansonsten natürlich nur während der Totalität. Wissenswertes über Sonnenfinsternisse und ihre Beobachtung sowie eine Wettervorhersage runden die gelungene App ab.