Woody Allen, Madonna, Michael Jackson und Hildegard Knef teilen mehr als ein Leben im Rampenlicht: Allen vieren sagt man Angst- und Panikstörungen nach. Herzrasen, Atemnot, Grübeln & Co. spielen auf den Bühnen der Welt offenbar eine größere Rolle als gedacht. Gerade Menschen in "exponierten" Berufen, erklären Coach Sven Matten und Psychiater und Psychotherapeut Markus Pausch, laufen Gefahr, eine Angststörung zu entwickeln. Aus ihren jeweiligen beruflichen Expertisen heraus haben die Autoren ein Buch geschrieben, das sich keinem Genre so recht zuordnen lässt: Es ist gleichermaßen klinisches Repetitorium, Ratgeber, Literatur- und Medienanalyse.

Weite Strecken sind der Biologie und Entstehung, dem Verlauf und den multiplen Erscheinungsformen von Angst gewidmet. Sie kann sich beispielsweise in Fahrstühlen, auf Geschäftsreisen oder bei Gesprächen mit dem Chef äußern. Von der Panikstörung bis zur Hypochondrie gelingt Matten und Pausch ein guter Überblick, den sie mit Drehbuchausschnitten und literarischen O-Tönen ergänzen.

Doch beim Lesen wird deutlich, dass mit dem Wort "Beruf" im Titel eigentlich nur ganz bestimmte Berufsgruppen gemeint sind – das mittlere und gehobene Management nämlich sowie in der Öffentlichkeit stehende Personen. Hier zeigt sich eine Schwachstelle des insgesamt unterhaltsamen und facettenreichen Werks: Buchtitel und Kapitelüberschriften sind oft unglücklich gewählt. Nicht nur einmal erwartet man beim Lesen etwas anderes, als man bekommt – und läuft Gefahr, den roten Faden zu verlieren. Um das Titelversprechen zu erfüllen, wäre der Blick auf andere, verbreitetere Berufsgruppen nötig gewesen. Und auch die enge Verzahnung zwischen Angststörungen und den steigenden Anforderungen im Beruf hätten die Autoren stärker in den Fokus nehmen können.