Längst stehen Frauen theoretisch alle Positionen in der Berufswelt offen. Doch besonders in Arbeitsumfeldern, die von Männern dominiert werden, fällt es ihnen häufig schwer, die Spielregeln zu durchschauen. Der Unternehmensberater Peter Modler kennt das Problem – seit neun Jahren führt er eigens entwickelte "Arroganz-Trainings" für Frauen durch. Seine Erfahrungen hat er erstmals in seinem 2009 erschienenen Buch "Das Arroganzprinzip" niedergeschrieben. Der Ratgeber avancierte zum Bestseller.

Nun legt Modler nach. In "Die Manipulationsfalle" geht er ausführlich auf Themen ein, die er im Vorläufer nur streifen konnte. Was tun bei sexueller Belästigung? Wie mit aggressiven Kolleginnen umgehen? Welche Fehler können schon beim E-Mail-Schreiben passieren und wie verschafft frau sich Zugang zu eingespielten Männerteams? Anhand anschaulicher Beispiele zeigt der Autor Wege auf, die männlichen Manipulationsstrategien zu erkennen und sich zur Wehr zu setzen.

Zwei Arten, zu kommunizieren

Dazu gehört laut Modler in erster Linie, zu begreifen, dass Männer und Frauen in unterschiedlichen Sprachsystemen beheimatet sind. Angelehnt an eine Theorie der Soziolinguistin Deborah Tannen unterscheidet er vertikale von horizontaler Kommunikation. Die erste, überwiegend von Männern verwendete Variante setze darauf, in einer Gruppe zunächst die Rangfolge zu klären und erst später auf Sachfragen einzugehen. Frauen dagegen sei ein möglichst gleichwertiger Austausch von Informationen und ein harmonisches Gruppengefühl wichtiger, Machtspiele hätten bei ihnen weniger Bedeutung. Dieses horizontale System würden Männer in der Arbeitswelt häufig zu ihrem Vorteil ausnutzen – etwa wenn der Vorgesetzte die guten Leistungen einer Mitarbeiterin mit besonderer Zuneigung entlohne statt mit höherem Gehalt. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu erkennen und die männliche Kommunikationsform zu durchschauen, ist für den Autor der wesentliche erste Schritt, um derartigen Fallstricken zu entgehen.

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus leicht verständlicher Theorie, vermittelt mit Hilfe anschaulicher Grafiken, und eingängigen Fallbeschreibungen, für die Modler aus seinen langjährigen Erfahrungen als Seminarleiter schöpft. Dabei zeichnet er erfreulicherweise kein Schreckensbild und betont: Männer und Frauen arbeiten oft hervorragend zusammen und viele Frauen kommen wunderbar im Job zurecht! Wer als Frau aber das Gefühl hat, mit den männlichen Kollegen gibt es doch die eine oder andere Schwierigkeit am Arbeitsplatz, findet in dem locker geschriebenen Werk mit Sicherheit ein paar hilfreiche Anregungen.