Ein Hypnotiseur verwandelt harmlose Zeitgenossen in willenlose Zombies, die alles tun, was er verlangt: Laut dem Autor Matthias Rauscher entspringen solche Szenarien der Fantasie von Drehbuch- und Romanautoren und haben mit der Realität kaum etwas zu tun. Schließlich bleibe man auch unter Hypnose stets Herr seines Handelns. Der niedergelassene Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie beschreibt in seinem Buch, was die Behandlungsmethode tatsächlich kann. Das tranceinduzierende Verfahren helfe beispielsweise bei geringem Selbstvertrauen, Depressionen oder Angst vor dem Zahnarzt.

Zahlreiche Fallgeschichten lockern das Buch auf, beispielsweise die des 8-jährigen Sven, der Hypnose nutzt, um sich trotz ADHS im Schulunterricht zu konzentrieren. Dabei gewährt der Autor Einblicke in seine Arbeit mit Patienten. So erfährt man etwa, mit welchem Text der Grundschüler in Trance versetzt wurde.

Rauscher gibt Tipps und Anleitungen zur Selbsthypnose, distanziert sich aber klar von der "Showhypnose" im Fernsehen. Außerdem beantwortet er häufige Fragen, etwa ob die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer Behandlung tragen – das sei nur in Ausnahmen der Fall. Kontraindikationen des Verfahrens und weiterführende Literatur finden ebenfalls Erwähnung.

Einziges Manko des Buchs: Es ist nicht ersichtlich, aus welchen Quellen der Autor sein Wissen zieht. Dennoch ist es ein gelungener Einstieg für alle, die wissen wollen, was Hypnose wirklich ist und kann.

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