Wie hängt im Universum alles zusammen? Eine Frage, die Philosophen wie Naturwissenschaftler gleichermaßen beschäftigt. Die Physik versucht, sie mit Hilfsmitteln zu beantworten wie dem Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) oder dem Hubble-Teleskop in der Erdumlaufbahn. Doch was im LHC geschieht oder im Weltraum aufgezeichnet wird, und warum das für uns wichtig ist, bleibt Laien häufig verborgen. Bogdan Povh, emeritierter Professor für Kernphysik an der Universität Heidelberg, gewährt mit diesem Werk einen Einblick in die Materie.

Vom Größten bis zum Kleinsten, das wir bisher entdecken konnten: Der Titel des Buchs verspricht einen Rundumschlag durch die moderne Physik. Povh nimmt seine Leser mit auf einen Streifzug durch etwa 400 Jahre Forschung. Wie in einem Zeitraffer lässt sein erstes Kapitel die Jahrhunderte von den Grundlagen der Astronomie über Galileis Erkenntnisse bis zu Albert Einstein Revue passieren. Dieser Anlauf gibt dem Autor Schwung für seine weitere Fahrt. Er erläutert aktuelle Forschungsergebnisse, ordnet sie historisch ein und schlägt dabei Brücken zwischen verschiedenen physikalischen Disziplinen. Dabei geht er unter anderem auf Themen wie Dunkle Materie, Quantenelektrodynamik oder den Higgs-Mechanismus ein. Aber auch Quarks, das Erdklima und die Urknalltheorie stehen auf seiner Liste.

Dürrenmatts Prolog

Povh meistert die Herausforderung, auf wenigen hundert Seiten einen Parforceritt durch die moderne Physik hinzulegen. Er verbindet Ergebnisse aus der Atom- und Kernphysik mit denen aus der Astronomie, indem er beispielsweise die Vorgänge in Inneren von Sternen darlegt. Dabei springt er manchmal unvermittelt vom Kleinsten zum Größten. Damit sich die Leser in solchen Passagen besser orientieren können, enthält das Buch diverse Porträtzeichnungen der behandelten Wissenschaftler, zusammen mit ihren jeweils entdeckten physikalischen Gesetzen. Auch das Glossar und das Stichwortverzeichnis am Ende des Werks helfen, den Überblick zu behalten. Etliche Zusammenfassungen stellen alle Informationen noch einmal kompakt dar. Zitate am Anfang der Kapitel, in denen neben Physikern wie Enrico Fermi auch Künstler wie Friedrich Dürrenmatt zur Wort kommen, rahmen die Themenkomplexe ein.

In einem Epilog an Ende des Bands bringt der Autor noch einmal alles auf den Punkt. Was er vorher im Detail erläuterte, fasst er hier knapp zusammen – von der Antike über die frühe Astronomie bis zum Standardmodell der Elementarteilchen. Ein Streifzug innerhalb eines Streifzugs, der rundum überzeugt.

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