Der Schweizer Verhaltensbiologe Fred Kurt hat sein Leben den Asiatischen Elefanten gewidmet. Schon seit Jahrzehnten erforscht er die Riesen mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Neugier. Nun hat er ein Buch über die Tiere und seine Arbeit mit ihnen veröffentlicht.

"Von Elefanten und Menschen" ähnelt über weite Strecken einer Biografie. Kurt präsentiert darin die Ergebnisse seiner Arbeit, erzählt aber auch, wie er zu ihnen gelangte und welche Anstrengungen er dabei auf sich nehmen musste. Nach Themen sortiert berichtet er von den Abenteuern, die er während etlicher Elefantenbeobachtungen durchstand, sowie von den Menschen, deren Siedlungsgebiet mit dem Lebensraum der Riesen zusammenfällt.

Auf seinen Reisen durch Indien und Südostasien hat der Autor stets aufmerksam beobachtet, wie sich die Einheimischen mit den Elefanten arrangieren. Oft haben sie über Jahrhunderte hinweg gelernt, mit den Tieren zu leben – und sowohl Nutzen aus deren Anwesenheit zu ziehen als auch mit den damit einhergehenden Gefahren umzugehen. Häufig wissen Indigene mehr über die Tiere als westliche Forscher. Kurt erzählt von Elefanten-Volksfesten, von uralten Palästen indischer Monarchen, von der Rolle der Dickhäuter in der indischen Kultur und von den Missverständnissen zwischen Mensch und Tier selbst nach zweitausend Jahren des Zusammenlebens.

Der Band ist nur spärlich mit Infokästen, Schaubildern und Tabellen ausgestattet, enthält aber reichlich großformatige, beeindruckende Fotografien. Das macht ihn eher zum persönlichen Forschertagebuch als zum Lehrwerk. Die Lektüre ist kurzweilig und vergnüglich, das Suchen nach bestimmten Fakten oder Stichwörtern allerdings mühsam.

Mit seinem unterhaltsamen, persönlich gefärbten Erzählstil dürfte das Buch alle Elefantenfreunde emotional ansprechen. Wer jedoch eine faktenreiche, klar strukturierte Darstellung sucht, sollte sich nach anderen Werken umsehen.