Nach ihrem Bestseller "Keine Posaunen vor Jericho" (2002; 5. Auflage 2005) legen Israel Finkelstein, einer der führenden Archäologen für den südlevantinischen Raum, und Neil A. Silberman, Archäologe und Journalist, nun ein weiteres Buch vor, in dem sie die biblische Überlieferung mit archäologischen Befunden konfrontieren.

Mancher Bericht über die weit davor liegende Frühzeit des Königtums sollte ihrer Ansicht nach lediglich der gerade amtierenden Dynastie den Glanz der "Urväter" David und Salomo verleihen. Andere Passagen bewahrten aber durchaus alte und glaubwürdige Informationen, vor allem jene, die Davids Aufstieg vom Söldnerführer zum König beschreiben - vieles passt zu den archäologischen Befunden. Doch auch diese Texte seien das Ergebnis einer mündlichen Überlieferung über zwei Jahrhunderte hinweg.

Die Verfasser gehen nämlich davon aus, biblische Texte könnten nicht vor dem 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr. entstanden sein, weil erst zu jener Zeit eine literarische Überlieferung archäologisch nachgewiesen ist. Thesen wie diese scheinen mir mitunter nicht ausreichend abgesichert, es ist aber erfreulich, dass die oft schwierige Diskussion zwischen Bibelexegese und Archäologie mit diesem Buch weitergeführt wird. Insgesamt vermittelt es gut verständlich ein zutreffendes Bild der kulturellen Entwicklung in Palästina vom 10. bis zum 6. Jahrhundert v. Chr. Und wer sich für die glamouröse Überhöhung Davids und Salomos im Mittelalter interessiert, findet ebenfalls spannende Lektüre.