Mit allen Sinnen im Hier und Jetzt leben und jede innere und äußere Regung wahrnehmen, ohne darüber zu urteilen – das ist der Grundgedanke der buddhistischen Achtsamkeitsmeditation. In der Nähe des südfranzösischen Bordeaux steht ein buddhistisches Zentrum, in dem man sich ganz diesem besonderen Bewusstseinszustand verschrieben hat. Unter dem Namen Plum Village bekannt, besteht es aus vier buddhistischen Klöstern und ist das größte Zentrum seiner Art in Europa. Gegründet hat es 1982 der vietnamesische Mönch, Zen-Meister und Poet Thich Nhat Hanh (*1926).

Nun haben sich die beiden Regisseure Max Pugh und Marc Francis auf den Weg gemacht, um das Leben der Mönche an diesem besonderen Ort mit der Kamera zu begleiten. Die Aufnahmen gleichen selbst einer Achtsamkeitsmeditation: Die Regisseure legen viel Wert darauf, nur zu beobachten und die Bilder für sich sprechen zu lassen. Dabei entsteht eine besondere Ruhe beim Zuschauer, die gut durch einige Voice-Over-Sequenzen ergänzt wird. Gelesen von dem britischen Schauspieler Benedict Cumberbatch werden so Tagebucheinträge von Thich Nhat Hanh selbst in den Film mit eingeflochten. Der bekannte Friedenaktivist hatte 2014 im Alter von 88 Jahren einen schweren Schlaganfall erlitten und sich seitdem weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Wer sich für die Lebensweise buddhistischer Mönche sowie ihre Kunst, Achtsamkeit zu praktizieren, interessiert und sich von der Poesie eines großen Zenmeisters inspirieren lassen möchte, wird diesen Dokumentarfilm mögen. Enttäuscht werden könnte allerdings, wer nach konkreten Anleitungen zur Achtsamkeitsmeditation sucht oder mehr über die empirische Evidenz dieser Methode erfahren möchte, die nachweislich viele positive Effekte auf die Gesundheit hat und im Rahmen der "Mindfulness Based Cognitive Therapy" bei einer Reihe psychischer Störungen erfolgreich eingesetzt wird.