Gewalt an Schulen ist ein Thema in Deutschland. Der Protest- und Hilferuf der Lehrer und Lehrerinnen von der Rütli-Schule in Berlin-Neukölln klingt uns noch in den Ohren. Und es vergeht kaum eine Woche ohne Meldungen über neue Schulhoftäter oder -opfer.

Im Schnitt sind 30 bis 40 Prozent aller Schüler betroffen. Sie werden entweder selbst regelmäßig gewalttätig oder leiden unter systematischen Mobbing-Attacken. Da verwundert es nicht, dass Dan Olweus' fundiertes und empirisch erprobtes Interventionsprogramm mittlerweile auch in Deutschland zum Klassiker avanciert ist. In seinem Buch stellt der Pionier auf seinem Gebiet verständlich die Ergebnisse seiner mehr als 30-jährigen Forschungen in Norwegen und Schweden dar. Dabei schildert er die wichtigsten Schritte zur Bekämpfung von Schulgewalt so, dass sie leicht adaptierbar sind. Die unvoreingenommene Analyse von Tätern und Opfern deckt falsche Klischees auf und sensibilisiert für die frühzeitige Wahrnehmung von potenziellen Gewalttätern und Opfern. Olweus' Ziel ist, Eltern wie Lehrer aufzuklären und zum gemeinsamen Handeln zu motivieren.

Gewaltprävention ist harte Arbeit, aber offensichtlich nicht unmöglich.