Wasser — die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Obwohl über 70% der Erdoberfläche davon bedeckt sind, ist nur ein geringer Teil für uns Menschen als Süßwasser nutzbar. Im Wasser leben Organismen, die entscheidenden Einfluss auf Qualität und Reaktionseigenschaften des flüssigen Mediums haben. Damit die kostbarste aller Ressourcen effektiv geschützt und genutzt werden kann, gilt es also, die ökologischen Zusammenhänge genauestens zu erforschen. Eines ist Dietrich Uhlmann und Wolfgang Horn in „Hydrobiologie der Binnengewässer“ besonders wichtig: den Praxisbezug zu den wissenschaftlichen Grundzügen der Gewässerökologie herzustellen. So ist ein Lehrbuch entstanden, dass gleichermaßen für Studierende der Biologie als auch für PraktikerInnen der Wasserwirtschaft von Interesse ist. Die geoökologischen Grundlagen sind in den ersten beiden Kapiteln detailliert dargestellt. Hier finden physikalische und chemische Faktoren ausführlich Beachtung. Allerdings sind einige der hier (in Kapitel „Struktur und Entwicklungsgeschichte von Seen“) besprochenen Faktoren nicht auf Seen allein beschränkt. Im vierten Kapitel gehen die Autoren auf die Fließ-, Entwicklungs- und Selbstreinigungsdynamik von Fließgewässern ein. Außerdem behandeln sie die Auswirkungen von baulichen Veränderungen von Flüssen und Kanälen. Künstliche Seen und das Grundwasser werden demgegenüber nur kurz abgehandelt. Die letzten beiden Kapitel widmen sich dann der Belastbarkeit des Wassers sowie der Nutzung und Regeneration der Binnengewässer. Sie enthalten praxisrelevante Kriterien zur Bewertung der Gewässerqualität. Fazit: Aufmachung und Inhalt ergeben ein gutes Lehrbuch, wenn auch für Studierende nicht ganz billig (wie so oft; schade…). Tabellen und Abbildungen sind übersichtlich gestaltet und ergänzen den Text sinnvoll. Das umfangreiche Register und die fett gedruckten Schlagwörter im Text machen das Auffinden gesuchter Inhalte leicht.