Die Schwerkraft – die schwächste der vier Grundkräfte – ist dafür verantwortlich, dass Galaxien mit Geschwindigkeiten von einigen zehntausend Kilometern pro Stunde auf einander zurasen und aus Galaxien "Antennen" wachsen. Wenn sich größere Galaxien kleinere einverleiben, dann geht es um wechselwirkende Galaxien, die im Mittelpunkt des Buchs von Lars Lindberg Christensen, Davide de Martin und Raquel Y. Shida stehen. Über einen historischen Abriss, der deutlich macht, dass die Galaxienforschung noch ein recht junges Gebiet der Astronomie ist, wird der Leser an die unterschiedlichen Galaxientypen herangeführt, bevor es zur Wechselwirkung unter den Galaxien geht. Durch die Verwendung einer klaren Sprache und anschaulicher Vergleiche werden die Themen für den Laien leicht verständlich präsentiert.

Aber nicht nur dadurch ist das Buch interessant, denn die eigentlichen Hauptakteure sind die zahlreichen farbigen Abbildungen von wechselwirkenden Galaxien, von denen die Mehrheit seitenfüllend abgebildet ist. Auf dem matten Papier des Buchs kommen die hoch aufgelösten Bilder des Weltraumteleskops Hubble dabei gut zur Geltung, so dass der Leser nach immer mehr Details Ausschau hält und dies nicht nur bei den wechselwirkenden Galaxien, sondern auch bei den Galaxien im Hintergrund.

Nur bei der Positionierung der Galaxien auf den Buchseiten würde ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Sorgfalt wünschen, denn manches beschriebene Objekt wird von der Bildunterschrift verdeckt. Ähnliches gilt für einige der Galaxien, die auf einer Doppelseite abgebildet wurden, denn hier gehen durch den Buchfalz die interessantesten Details verloren, aufklappbare Seiten wären besser gewesen. Von diesen kleinen Schönheitsfehlern abgesehen, gehört dieses Buch sicher zu den Bildbänden, die der Leser wegen ihrer Bildwahl und der vielen erkennbaren Details immer wieder gerne in die Hand nehmen wird.