Nebel, Sumpf, Insekten: Moorlandschaften strahlen seit jeher eine beklemmende Faszination aus, liefern auch heute noch die richtige Szenerie für Krimis und Gruselgeschichten. Richtig ist, dass der Torf dank seiner konservierenden Wirkung hin und wieder Moorleichen und andere außergewöhnliche archäologische Funde preisgibt. Aber auch in naturwissenschaftlicherr Hinsicht sind Moore bedeutungsvoll: vom Artenschutz bis zur Wasserwirtschaft. Schon lange ist klar: Moore müssen geschützt werden und achtsam genutzt werden, anstatt sie intensiv zu bewirtschaften und zu Blumenerde zu verarbeiten! Michael Succow und Hans Joosten haben nun ein umfassendes Moorkundelehrbuch herausgegeben. Und was für ein Buch! Satte zwei Kilo, DIN A4-Format, viele Grafiken und Tabellen, über 100 Farbfotos. Aber auch der Inhalt ist beeindruckend: 33 Autorinnen und Autoren haben in neun ausführlichen Kapiteln einen Rundumschlag vollführt ﷓ Biogeochemische Prozesse, abiotische und vegetationskundliche Kennzeichen, Hydrologie, Entstehung und Aufbau von Mooren, Typisierung von Moorlandschaften, ihre Nutzung, ihre Veränderung durch den Menschen und ihr Schutz sind Thema. Leider ist der Buchtitel etwas irreführend, denn im Zentrum stehen vor allem Ergebnisse aus den nordostdeutschen Moorregionen. Diese räumliche Einschränkung hätte in den Titel einfließen müssen, denn auf die Moore anderer Regionen wird nur am Rande eingegangen. Allerdings: Viele der dargestellten Prozesse und Kennzeichen sind allgemein anwendbar. Trotz dieser kleinen Einschränkung ist "Landschaftsökologische Moorkunde" ein umfangreiches Lehrbuch. Und ein schönes dazu. Sein Inhalt ist gut strukturiert und umfassend illustriert. Fettgedruckte Stichwörter und das ausführliche Register erleichtern das Auffinden von Textpassagen. Kleingedruckte Abschnitte geben interessante Zusatzinformationen. Kurz und gut: Das Buch sei allen Moorinteressierten empfohlen!