Premiere für Mineralienfreunde: Das erste Werk zu den Mineralfundorten Gesamtdeutschlands ist erschienen. Artur Wittern hat nach eigener Aussage ein aktuelles Verzeichnis erstellt, das nach Vollständigkeit strebt. Ein hoher Anspruch. Sammler finden in diesem Katalog nicht nur jene Lagerstätten, die gegenwärtig allgemein zugänglich sind. Die Liste der nicht (mehr) erreichbaren Fundorte ist lang: beispielsweise solche, die aufgrund bergbaulicher Tätigkeiten verschwunden sind oder deren Unterschutzstellung das Schürfen mittlerweile verbieten. Aber: Der Autor beschreibt häufig ortsnahe Alternativen. Dadurch bleibt die Auswahl groß. Durch den Bezug auf wichtige historische Typlokalitäten — also auf Lagerstätten, deren Minerale hier zuerst beschrieben wurden — verdeutlicht Wittern, welche Rolle der deutsche Bergbau für die gesamte Montangeschichte hatte. Obwohl die Gruben und Stollen oft nicht mehr existieren, können auf einigen Abraumhalden mit etwas Glück immer noch schöne Funde gemacht werden. Das Buch ist nicht nur eine Zusammenstellung von Mineralfundorten für Sammler. Wirtschafts- und wissenschaftshistorisch Interessierte können darüber hinaus auch die Bedeutung des Bergbaus für die geschichtliche und kulturelle Entwicklung vieler Landstriche herauslesen. Es führt interessierte Laien aber auch Fachleute durch insgesamt zwanzig Regionen und Bundesländer Deutschlands. Beim Auffinden — gerade von unbekannten und kleinen Orten — helfen detaillierte Lageskizzen. Leider besitzt das Buch kein Mineralregister, sondern nur eine Liste am Ende der meisten Fundortkapitel. So bleibt es umständlich, auf die „Jagd“ nach bestimmten Mineralen zu gehen. Schön wäre es gewesen, wenn hin und wieder eine Farbtafel mit Fotos eingebunden worden wäre. Allerdings bleibt mit den (sehr ansehnlichen) Schwarzweißzeichnungen der Preis in einer angenehmen Kategorie.