Die Anatomie des Menschen und die Anatomie der Tiere sind immer noch hoch aktuelle Forschungsfelder. Denn immer noch lauern Überraschungen im Aufbau von Körperteilen und Organen – auch wenn Wissenschaftler heutzutage viel genauer hinschauen müssen als die Gelehrten der vergangenen Jahrhunderte. Zum klassischen Skalpell gesellen sich darum heute moderne Messinstrumente und bildgebende Verfahren wie die Computertomografie. Die neuen Erkenntnisse stecken in den Details, in der Biomechanik etwa, einem Gebiet, das Anatomie und Physiologie vereint. Auch die Feingliederung der Organe bis hin zum Aufbau aller Zellen gehört zur anatomischen Forschung.

Immer wieder lassen sich Entwickler von den genialen Lösungen der Natur inspirieren. Die Skelette von Mensch oder Tier sind über lange Zeiträume von der Evolution geformt worden, die menschliche Hand zum Beispiel gilt als Wunderwerk der Feinmotorik, an deren Nachbau Roboteringenieure immer noch scheitern.

Und nicht zuletzt hilft die Anatomie dabei, die vielen existierenden und schon ausgestorbenen Tierarten in einen Stammbaum einzuordnen. Vor allem anhand anatomischer Merkmale lässt sich das Verwandtschaftsverhältnis zweier Arten bestimmen. Die Parallelen im Aufbau der Organe – zum Beispiel aller Wirbeltiere – zeigen dabei eindrücklich, wie sehr die Natur bei aller Variation an einer einmal gefunden Lösung festhält.