Lange Zeit konzentrierten Forscher sich nur auf die negativen Emotionen der Menschen. Die "positive Psychologie" rückt nun die schönen Gefühle in den Mittelpunkt. Und dafür gibt es gute Gründe: Denn Vorbeugen ist leichter als heilen, das gilt auch für psychische Erkrankungen. Laut Studien wappnet kaum etwas so gut gegen die Folgen von Schicksalsschlägen wie eine optimistische Lebenseinstellung.

Zweitens hängen Psyche und Immunsystem eng zusammen: Frohnaturen sind körperlich widerstandsfähriger, werden schneller wieder gesund und leben nachweislich länger. Investitionen in ein möglichst hohes Wohlbefinden der Bevölkerung sind also durchaus probate Maßnahmen einer zeitgemäßen Gesundheitspolitik.

Glücklichsein ist dabei nicht zu verwechseln mit "Spaß haben": Kurzfristige Hochgefühle, wie sie manch einem die rasante Fahrt in einem Porsche bescheren mag, sind nicht der Schlüssel zur Erfüllung. Viele Wohlbefindensforscher bauen daher auf die "altmodischen" Tugenden: Mut, Achtsamkeit, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit. Wer sie beherzige, sei auf dem besten Weg. Vielleicht ist das individuelle Streben nach Glück sogar eine Voraussetzung für ein friedvolles Miteinander.