Strom leiten, ohne Energie zu verlieren – das leisten Supraleiter dank eines außergewöhnlichen physikalischen Phänomens, der Bildung so genannter Cooper-Paare. In diesem Zustand fließen Elektronen durch das Material, ohne auf Hindernisse zu treffen. In zahlreichen Anwendungen haben sich Ingenieure diesen Effekt zunutze gemacht.

Leider tritt Supraleitung nur bei extrem niedrigen Temperaturen auf. Um die Materialien einsetzen zu können, sind daher umfangreiche Kühlsysteme notwendig. Umso verblüffter waren Wissenschaftler, als sie vor einigen Jahren auf Hochtemperatur-Supraleiter stießen: Bei diesen Stoffen tritt der Effekt bereits bei höheren Temperaturen auf. Auch wenn noch immer eine Kühlung notwendig ist, so kann sie doch geringer ausfallen als bei den klassischen Supraleitern.

Noch immer aber ist unbekannt, warum dort schon bei unerwartet hoher Temperatur Supraleitung einsetzt. Sollten Physiker eines Tages hinter das Geheimnis kommen, ließen sich womöglich maßgeschneiderte Materialien erzeugen, bei denen Supraleitung schon bei normalen Umgebungstemperaturen auftritt – die Folgen für die Technik wären so tiefgreifend, dass sie noch gar nicht abzusehen sind.