Ameisen können komplexe Strukturen formen, indem sie ihr Verhalten aneinander ausrichten. Mal verhält sich eine Ameisengruppe wie ein Feststoff, mal "fließen" die gleichen Tiere wie eine Flüssigkeit. Feuerameisen beispielsweise errichten hohe Türme aus ihren Körpern, ohne dass die Individuen am Grund erdrückt würden.

Das Erstaunliche an diesen hochorganisierten Strukturen: Sie werden nicht zentral koordiniert. Stattdessen, so fanden Wissenschaftler heraus, folgt jede Ameise der Gruppe einigen simplen Regeln. Die Tiere halten sich aneinander fest, um die Türme zu errichten. Sobald sie fühlen, dass zu viel Gewicht auf ihnen lastet, lassen sie los. Schwächere oder überlastete Teile der Struktur kollabieren also. Was aber bleibt, ist ein glockenförmiger Turm, in dem jede Ameise die gleiche Last trägt. Die Bauweise erinnert sogar ein wenig an die des Eiffelturms.

Solche Türme schützen die Tiere zum Beispiel vor Regen und helfen ihnen, beengenden Umgebungen zu entfliehen. Selbst Gewässer überwinden Feuerameisen, indem sie schwimmende Flöße aus ihren Körpern bilden.

Lassen sich diese Fähigkeiten möglicherweise auch auf winzige Roboter übertragen?