Jedes Lebewesen ist Teil eines hochkomplexen Beziehungsgeflechts zwischen Flora und Fauna. Was diese für uns und unsere Umwelt überlebenswichtige Biodiversität bedeutet, erläutert das einfach gehaltene Animationsvideo aus der didaktischen Reihe TED-Ed, einem Ableger der Konferenzorganisation TED, in leicht verständlicher Form, aber nicht auf der Höhe der Zeit.

Biodiversität besteht aus drei großen Bereichen, die eng miteinander verzahnt sind: Artenvielfalt, genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme, zu denen Lebensgemeinschaften, Lebensräume wie Wälder und Meere sowie auch Landschaften zählen. Anhand einiger gut ausgewählter Beispiele illustriert Kim Preshoff, Naturkundelehrerin an einer Oberschule im Bundesstaat New York, wie alles mit allem zusammenhängt.

Dem Thema wirklich gerecht wird sie dabei nicht. Preshoff reduziert den anspruchsvollen Begriff der Biodiversität auf die einfachsten Grundlagen und auf Standardbeispiele wie die Amazonaswälder und Korallenriffe. Vom millionenfachen Artenreichtum des wirklichen Lebens erfährt der Zuschauer nichts, ebensowenig von spezialisierten Ökosystemen wie etwa Gebirgsplateaus, Flussauen und Tiefseegräben oder auch Städten. Begriffe wie genetische Vielfalt oder Resilienz – die Fähigkeit von Systemen, nach einer Störung zum Ausgangszustand zurückzukehren (siehe hierzu etwa dieses Video auf SciViews) – werden ebenfalls nur angerissen. Und die vielen Möglichkeiten, Ökosysteme zu stören, listet sie lediglich in wenigen Stichpunkten auf.

Dass "die Zukunft unvorhersagbar ist", wie es am Ende des Videos heißt, erscheint vor dem Hintergrund neuerer Erkenntnisse geradezu verharmlosend. Einer Studie zufolge, die 2017 von der US-amerikanischen Wissenschaftsakademie (NAS) herausgegeben wurde, sind in den letzten Jahrzehnten nicht nur viele wild lebende Arten verschwunden, deren Wegbrechen einzelne Ökosysteme gefährdet. Weitaus dramatischer bahnt sich vielmehr das sechste Massensterben seit der Entstehung des Lebens auf der Erde an.

Ganz gegen die Gepflogenheiten von Wissenschaftlern, die sich üblicherweise einer neutralen Ausdrucksweise bedienen, nennen die Autoren der Studie das beispiellose Geschehen gar "Massenvernichtung". Denn das Sterben kennt Verursacher: Habitatverlust und massive Störungen von Ökosystemen durch Entwaldung und industrielle Landwirtschaft, Überjagen, Rohstofferschließung, Städtebau, Umweltverschmutzung und Klimawandel sind sämtlich menschengemacht.