Das Video des amerikanischen Rappers und Spoken Word Artists Prince Ea kondensiert vier Milliarden Jahre Erdgeschichte plus einen verschwindend kurzen Zeitraum menschlichen Einflusses auf die Natur auf wenige Minuten Film – und die sind mit ausdrucksstarken Bildern und gerapptem Zahlenwerk zum Bersten gefüllt.

Auf dem 22. Klimagipfel im November in Marrakesch wurde "Three Seconds" – von dem es mit MAN vs EARTH auch eine lange Version gibt – als bester Kurzfilm im internationalen Film4Climate-Wettbewerb 2016 des UNO-Sekretariats der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) ausgezeichnet. "Mit Recht", twittert Katharine Hayhoe, Klimawissenschaftlerin an der Texas Tech University, USA, "es verbindet Kopf und Herz und erinnert mich daran, warum die Erde wichtig ist."

Der Musiker und Filmemacher Prince Ea – der mit bürgerlichen Namem Richard Williams heißt und einen Universitätsabschluss in Anthropologie hat – wuchs auf in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri, einer Stadt, die mehrheitlich von Minderheiten bewohnt ist. Viele seiner Videos zeigen ihn in Sitzmöbeln, platziert vor dem Hintergrund endloser Landschaften oder zerfallender Häuser. Von dort aus hält er politisch-poetische Ansprachen über Rassismus, Kriminalität oder das amerikanische Schulsystem und erzählt philosophische Geschichten zum Zustand des Planeten und zur Natur des Menschen. Das Publikum dankt es ihm mit Klickzahlen in Millionenhöhe.