Vor mehr als 60 Jahren entlockten der britische Physiker Francis Crick und der US-amerikanische Molekularbiologe James Watson der Natur eines ihrer größten Geheimnisse: Die Erbinformation von Lebewesen steckt in der Abfolge der wendeltreppenförmig angeordneten DNA-Bausteine Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin.

Der 17-Minüter aus der empfehlenswerten BioInteractive-Serie des Howard Hughes Medical Institute (HHMI) im Stil einer traditionellen Fernsehdokumentation lässt Wissenschaftsgeschichte Revue passieren. Interviews und Studio-Sequenzen erzählen fesselnd und effektvoll von den Meilensteinen auf dem Weg zum Durchbruch, aber ebenso von den Wissenschaftlern selbst. Noch dazu spielen Hochschulpolitik, der unberechtigte Zugang zu Forschungsdaten und der Kampf der Frauen um Anerkennung in der Wissenschaft eine Rolle.

Den unrühmlichen Teil dieser Geschichte bleibt das Video dem Zuschauer jedoch teilweise schuldig. Die britische Biochemikerin Rosalind Franklin hatte maßgeblichen Anteil an der Entdeckung, schließlich lieferte sie – neben dem britischen Molekularbiologen Maurice Wilkins – die experimentellen Daten zum DNA-Modell. Wesentliche Erkenntnisse von Francis und Crick basieren allerdings auf einer unpublizierten Arbeit von ihr, zu der sie unrechtmäßig Zugang erhielten; gleiches gilt für eine Beugungsaufnahme Franklins, die ihnen Wilkins zuspielte – beides ohne ihr Wissen oder gar ihre Zustimmung.

Auch später würdigten Crick, Watson und der dritte Nobelpreisträger Wilkins Franklins Beitrag eher am Rande: Es war nicht das erste und letzte Mal, dass die wissenschaftliche Leistung von Frauen in der Geschichte zu gering geschätzt wurde.

Dass sie den Nobelpreis nicht auch selbst erhielt, ist allerdings nur die tragische Pointe der Geschichte: Sie verstarb vor der Auszeichnung an Krebs – eine posthume Verleihung ist in den Preisstatuten nicht vorgesehen.