Tannenzapfen beherrschen einen bemerkenswerten Trick: Ist die Luft trocken, öffnen sie sich. Und sie schließen sich wieder, wenn sie feucht wird. So stellen die Nadelgewächse sicher, dass ihre Samen nicht durch Feuchtigkeit zu schwer werden, um durch den Wind weit verbreitet zu werden. Fähigkeiten wie diese auf unbelebte Dinge wie etwa Gebäudedächer zu übertragen, hat sich der vielfach ausgezeichnete Physiker Peter Fratzl, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, vorgenommen. Er nimmt dazu seit Jahren den Öffnen-Schließen-Mechanismus der Mittagsblume, einer Wüstenpflanze, unter die Lupe.

Der 2016 beim internationalen Science Film Festival in der Kategorie Technologie prämierte Film der Max-Planck-Gesellschaft führt inhaltlich und visuell überzeugend sowie anhand sehenswerter Animationen die Schritte vor Augen, die Fratzl und seine Mitarbeiter benötigten, um der Natur den Trick zu entlocken. Das nach dem Vorbild der Natur entwickelte Biomaterial können sich die Max-Planck-Forscher übrigens auch für bewegliche Komponenten in der Robotik vorstellen

Die Bionik, auch Biomimetik genannt, ist weltweit im Aufwind. Erst kürzlich vermeldeten etwa chinesische Forscher Erfolge bei der Herstellung von künstlichem Perlmutt. Das Material, das in seiner natürlichen Form aus organischen Molekülen und mineralischen Komponenten besteht, ist für Werkstofftechniker dank seiner erstaunlichen Stabilität höchst attraktiv.