Schäden am Erbgut? Das klingt dramatisch. Schließlich können Gendefekte im Erbut einer Zelle zu deren Tod führen oder zum Auslöser einer Krebserkrankung werden. Tatsächlich aber sind sie Alltag: Jede Zelle unseres Körpers erleidet täglich tausende DNA-Schäden, ob durch giftige Chemikalien, elektromagnetische Strahlung oder schlicht durch Fehler etwa bei der Zellteilung. Wir überleben nur, weil in den Billionen von Zellen, aus denen unser Körper besteht, unablässig hocheffiziente Reparaturmechanismen am Werk sind.

Schön animiert, erklärt das TED-Ed-Video die wichtigsten fünf dieser Mechanismen im Zeichentrickformat. Den biochemischen Laien wird es ein wenig überfordern, trotzdem gewinnt er einen lohnenswerten Einblick in das komplexe Geschehen. Die Reparatur auch unterschiedlicher Schäden läuft, zumindest im Prinzip, immer ähnlich ab: Zunächst erkennt ein Enzym, dass es einen Schaden gibt. Danach werden die ersten "Aufräumer" losgeschickt, um die beschädigten Reste zu entfernen. Schließlich füllt ein neues Enzym die Lücke, und ein weiteres schließt den DNA-Strang, falls dieser beschädigt war. Mal wird dabei nur ein einziges Nukleotid ausgetauscht, also ein "Grundbaustein des Lebens", mal ein Nukleotidpaar, mal ein ganzer DNA-Abschnitt.

Übrigens: Kaum war das Video am 21. September 2015 erschienen, bekamen am 7. Oktober desselben Jahres drei Forscher den Chemienobelpreis für die Beschreibung von dreien der fünf Reparaturwege. Thomas Lindahl entschlüsselte den Austausch einzelner Nukleotide und Aziz Sancar analysierte die Reparatur von größeren DNA-Abschnitten von bis zu 30 Basenpaaren, was bei UV-Schäden nötig wird. Paul Modrich wiederum studierte die Reparatur von Basenfehlpaarungen während der Zellteilung.