Die Lunge ist der Startpunkt, von hier aus nimmt uns dieser Clip mit auf einen Trip durch den menschlichen Körper. Trotz Rundumblick in 3D, per Wischbewegung am Touchscreen oder noch besser mit der VR-Brille erlebt, wirkt er zwar eher wie eine modernisierte Version der Zeichentrickserie "Es war einmal … das Leben" aus den 1980er Jahren. Das liegt unter anderem daran, dass an den Animationen gespart wurde: grobe Polygone, simple Beleuchtungsmodelle und Sequenzen, die übertrieben oft identisch hintereinander geschnitten wurden – so wie das unentwegt im Magen auf- und abhüpfende Stück Pizza. Manches lässt sich mangels Erläuterung oder Beschriftung gar nicht erst identifizieren.

Andererseits: "low-tech 8-bit graphics" sind nun einmal der erklärte Stil der Macher YouTube-Kanals Life Noggin, deren Wissensclips millionenfach mit Klicks belohnt werden.

Fehler sollten sie trotzdem vermeiden. Halbzerkaute Pizzastücke hüpfen eben nicht auf dem Magensaft auf und ab. Und auch dort, wo der Körper beim Anblick eines Dates durch einen ganzen Hormoncocktail berauscht wird, liegt der Film daneben. Die beteiligten Botenstoffe wie Dopamin springen nicht etwa zwischen den Endigungen von Nervenzellen hin und her, sondern werden von der einen freigesetzt, um an spezifische Rezeptoren der Folgezelle anzudocken. Die spricht anschließend weitere Zellen an. Nur so können Informationen zwischen Neuronen fließen.