Die Saturnsonde Cassini ist eine der größten Weltraummissionen aller Zeiten. 1997 gestartet, erreichte sie Saturn im Jahr 2004. Neben vielen spektakulären Bildern des Gasriesen ebenso wie von seinen Ringen und Monden lieferte Cassini revolutionäre wissenschaftliche Erkenntnisse. Vor allem die Saturnmonde Titan und Enceladus erscheinen nun interessanter als je zuvor. Titan besitzt im Gegensatz zum Erdmond eine dichte Atmosphäre, Enceladus gar einen unterirdischen Ozean, in dem sogar Lebensformen existieren könnten. Zu diesen Erkenntnissen trug auch der europäische Lander Huygens bei, der 2005 auf der Oberfläche von Titan aufsetzte.

Dieser zwar wenig informative, dafür visuell um so beeindruckendere Clip läutet nun das Ende der in die Jahre gekommenen NASA-Mission ein. Er stammt vom Jet Propulsion Laboratory des California Institute of Technology (Caltech), dem Erbauer der Sonde, dessen Animationsdesigner die Faszination der Originalbilder noch einmal auf die Spitze getrieben haben. Die Auswertung der Cassini-Daten wird Planetenforscher noch über Jahrzehnte hinweg beschäftigen und das Verständnis des gesamten Sonnensystems voranbringen – selbst unser Wissen über Erde und Mond. Gemessene Isotopenhäufigkeiten in der Atmosphäre beispielsweise sind besonders aufschlussreich. Sie reflektieren die verschiedenen Prozesse, die abgelaufen sind, seit sich die Planeten aus der ursprünglichen Gaswolke entwickelt haben. So erlauben sie einen Blick in deren Entstehungsgeschichte.

Um zu verhindern, dass Cassini irdische Mikroben auf Titan oder Enceladus einschleppt, gehen die NASA-Forscher übrigens auf Nummer sicher: Die Sonde, der dann nur noch ein paar letzte Tropfen Treibstoff verbleiben, wird am 15. September 2017 in einen tiefen Orbit um Saturn eintreten und schließlich wie eine große Sternschnuppe in seiner Atmosphäre verglühen.

Zwar stand sie immer ein wenig im Schatten der von der NASA medial stärker verwerteten Mars-Missionen, war aber mit einem Gesamtbudget von über drei Milliarden US-Dollar eine der teuersten und aufwändigsten Missionen in der Geschichte der Raumfahrt. Bedenkt man zudem, wie viele Wissenschaftler und Ingenieure Jahrzehnte ihrer Schaffenskraft in diese bemerkenswerte Mission gesteckt haben, nimmt man auch das ein wenig üppige Pathos des Clips gerne hin.