Ein Chirurg, der sich bei einem Eingriff durch Bilder aus einem Scanner lotsen lässt – sieht so immer häufiger die Operation eines Tumors aus? Die Entwicklung solcher Techniken hat sich das Stimulate-Projekt an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg auf die Fahne geschrieben. Konkret geht es um minimal-invasive Tumortherapie, unterstützt von Aufnahmen, die ein Magnetresonanztomograph (MRT) in Echtzeit von dem zu operierenden Gewebe anfertigt.

Die Vorteile des Ansatzes laut Doktorandin Urte Kägebein und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Mandy Grundmann: Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren sind kleinere, gezieltere Eingriffe möglich. Allerdings unterschlägt das Video, dass die so genannte interventionelle MRT längst keine Innovation mehr ist. Vielmehr wird die Technik bereits seit der Zeit erster klinischer Anwendungen der MRT in den 1980er Jahren untersucht und vor allem bei der Therapie von Hirntumoren erfolgreich eingesetzt (siehe etwa diese Übersichtsarbeit von 2009).

Neu ist allerdings ein Kamerasystem, das Kägebein erforscht, und das auch in einem MRT zum Einsatz kommen kann. Herkömmliche Kameras funktionieren im MRT-Scanner wegen der starken Magnetfelder nämlich nicht.

Leider kann man im Video nicht wirklich verstehen, wie die neue Technik heißt. Was sie kann, wird ebenfalls nicht erklärt. Eine Recherche ergibt, dass es sich um das so genannte Moiré Phase Tracking-System handelt. Dabei wird, überwacht durch MRT-Aufnahmen, eine Sonde in den Tumor gestochen. Wie eine kleine Antenne leitet sie dann Mikrowellen durch das Gewebe, um Tumorzellen gezielt durch Hitze zu zerstören.

Ein Problem herkömmlicher Ansätze ist allerdings, dass sich die Position der Sonde verschieben kann, etwa durch die Atmung des Patienten. Das innovative Tracking-System hilft nun dabei, die Position der Nadel zu überwachen und stabil zu halten.

Leider muss man sich diese Informationen selbst zusammensuchen. Das wichtige und interessante Thema, an dem man in Magdeburg arbeitet – hier wurde es völlig verschenkt.