Zerstörtes Herzgewebe nach einem Infarkt durch ein Implantat ersetzen und der "Pumpe" so ihre Funktion zurückgeben – ein Traum für Betroffene, die oft mit massiven Einschränkungen leben müssen. Doch die Sache ist nicht so einfach, denn insbesondere auf der linken Herzseite könnte eingepflanztes Ersatzgewebe dem Druck nicht standhalten.

Um dieses Problem zu lösen, entwickeln Forscher der Leibniz Universität Hannover gemeinsam mit Kollegen der Medizinischen Hochschule Hannover Implantatsysteme, die auf einem stabilisierenden Magnesiumgeflecht basieren. Ein modern gemachter kurzer Clip der Universität und des Sonderforschungsbereichs 599 zeigt in Szenen aus Labor und Fabrikation, wie die "Magnesiumpflaster" entstehen – die Machart des Clips erinnert fast an eine Art "Sendung mit der Maus" für technikbegeisterte Erwachsene.

Was man allerdings nicht erfährt, ist, wie das Geflecht später im kranken Herzen genau funktionieren soll. Außerdem fehlt eine klare Einordnung, wie realistisch sein medizinischer Einsatz ist. Dürfen Infarktpatienten tatsächlich bald auf Heilung dank Hightech-Pflaster hoffen?

Um Antworten zu finden, muss man anderswo auf Recherche gehen. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Einer Pressemeldung der Uni Hannover zufolge glaubten die Wissenschaftler im Jahr 2014, ihre Entwicklung könne in fünf bis zehn Jahren Einzug in die Klinik halten. Und wie weit sind sie heute? In diesem Buchkapitel aus dem Jahr 2017 dokumentieren sie, dass sich sämtliche Implantate dieser Art noch in der experimentellen und präklinischen Phase befinden.

So weckt der Clip verfrühte Hoffnungen – und beschränkt sich, immerhin kurzweilig, auf die Faszination Technik.