Dendriten, die signalempfangenden Fortsätze eines Neurons, sehen aus wie die kunstvollen Verästelungen eines Baumes. Der Biologe Hermann Cuntz vom Ernst Strüngmann Institute in Frankfurt hat eine Toolbox entwickelt, mit der sich diese Verästelung per Software erforschen lässt. In diesem Video erklärt er dem Chefredakteur von dasGehirn.info Arvid Leyh, nach welchen Prinzipien er seine künstlichen Äste im Computer hat wachsen lassen.

Cuntz griff dafür auf zwei Gesetze über neuronale Verzweigungen zurück, die der bedeutende Neurowissenschaftler Santiago Ramón y Cajal (1852 – 1934) vor rund 100 Jahren aufgestellt hat: Darunter das Prinzip, dass kurze Wege von den Dendriten zum Zellkörper eine schnelle Kommunikation bedeuten. Und siehe da: Das Ergebnis von Cuntz' mathematischer Gärtnerarbeit ist von echten Zellen kaum zu unterscheiden und von preisgekrönter Schönheit.