Neutrinos besitzen ungewöhnliche Eigenschaften: Sie sind fast masselose, elektrisch neutrale Elementarteilchen, die nur extrem schwach mit Materie wechselwirken. Große Himmelskörper wie beispielsweise die Erde durchqueren sie problemlos und so gut wie ungeschwächt. Neben den Lichtteilchen, den so genannten Photonen, sind sie die häufigsten Teilchen überhaupt. Sie entstanden aber nicht nur während des Urknalls, sondern bilden sich auch heute noch laufend: in der Sonne und in anderen Sternen, bei Supernova-Explosionen und selbst in der Erdkruste, der Erdatmosphäre oder im Verlauf von Kernreaktionen in Atomkraftwerken.

Der Nachweis der Teilchen erfordert zwar riesige Detektoren, doch der Aufwand lohnt sich, wie Dr. Georg Raffelt, theoretischer Astroteilchenphysiker am Max-Planck-Institut für Physik in München, in diesem Vortrag erklärt. Neutrinos, die uns aus dem Weltall erreichen, können nämlich helfen, das Universum und seine Bestandteile besser zu verstehen. Derzeit entsteht darum ein ganzer Wissenschaftszweig neu: die so genannte Neutrinoastronomie.

Dr. Georg Raffelt studierte Physik in München und Berkeley in den USA, promovierte 1986 an der Ludwig-Maximilians-Universität München und forschte einige Jahre lang in Berkeley und Princeton. Heute arbeitet er am Max-Planck-Institut für Physik in München im Bereich der theoretischen Astroteilchenphysik.

Ein Video des Mainzer Instituts für Theoretische Physik (MITP):