Jeder natürliche Organismus unterliegt einem Alterungsprozess – doch der Zeitpunkt unseres Todes ist nicht einfach nur Schicksal, sondern wird stark von unseren Genen beeinflusst. Welche Information in unserem Erbgut ist es, die uns schneller altern oder auch länger leben lässt? An der Universität Innsbruck arbeitet Hildegard Mack in einem unabhängigen Labor am Institut für Biomedizinische Alternsforschung mit winzigen Fadenwürmern, um in deren DNA Antworten auf diese Frage zu finden.

Ein Langlebigkeitsfaktor bei Fadenwürmern ist bereits seit den den 1990er Jahren bekannt: das Protein DAF-16. Normalerweise sorgt das Blutzuckerhormon Insulin zwar dafür, dass DAF-16 abgeschaltet ist. Fadenwürmer, bei denen das Abschalten verhindert wurde, leben in Versuchsreihen im Durchschnitt aber doppelt so lange wie die Kontrollgruppe. Zudem wirken die Tierchen gesünder.

Die menschliche Version des Proteins, genannt FOXO3A, spielt möglicherweise ebenfalls eine Rolle in der Alterung. "In zahlreichen Studien aus verschiedenen Ländern der Welt wurde beobachtet, dass bei Menschen, die 100 Jahre und älter werden, bestimmte Varianten von FOXO3A häufiger auftreten", erklärt Mack.

Sie will weiteren genetischen Faktoren auf die Schliche kommen und konzentriert sich dabei vor allem auf das gesunde Altern: "Wir forschen, um die gesunde Lebensspanne der Menschen zu verlängern. Dies geht natürlich mit Langlebigkeit Hand in Hand, denn Alter ist der größte Risikofaktor für viele Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs."