Einst gut behandelbare Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Tuberkulose oder die Geschlechtskrankheit Gonorrhö breiten sich wieder aus. Grund ist die zunehmende Antibiotika-Resistenz von Bakterien, laut Weltgesundheitsorganisation WHO eine der größten Bedrohungen für Gesundheit, Nahrungsmittelversorgung und Entwicklung weltweit.

Einen möglichen Ausweg beschreibt dieses im Stil der 1930er Jahre produzierte, sehr unterhaltsame Videocomic. Ein Team europäischer Forscher versuche heute, so der Sprecher, Antibiotika künstlich herzustellen. Mit den Werkzeugen der synthetischen Biologie setzen sie einzelne Bausteine der Antibiotika, Peptide genannt, neu zusammen und prüfen, ob die daraus hervorgehenden Moleküle ebenfalls gegen Bakterien wirken. Neue Wirkstoffe zu produzieren, so lautet das Versprechen des 2012 produzierten Clips.

Dessen Mindesthaltbarkeitsdatum ist aber wohl abgelaufen. Über die im Rahmen von Synmod erzeugten Moleküle sagt Ralph Wagner von der Universität Regensburg, einer der beteiligten Forscher: "Es gab ein paar vielversprechende Kandidaten, aber keine, die bisher am Menschen getestet worden sind." Im September 2017 sollen nun immerhin erste Ergebnisse des Nachfolgeprojekts Synpeptide bekannt gegeben werden, dem auch Wagner wieder angehört.

Inhaltlich bleibt das Video ebenfalls einiges schuldig. Als Produzent tritt Biofaction auf, eine Wiener Agentur für Wissenschaftskommunikation. Deren Gründer Markus Schmidt zählt zu den Principal Investigators von Synmod ebenso wie von Synpeptide, hätte über die Grundlage seiner wissenschaftlichen Arbeit also sicher mehr zu berichten gehabt.

Diese, so erfährt man an anderer Stelle, beruht auf antibakteriellen Peptiden, so genannten Lantibiotika. Sie enthalten ringförmige Strukturen, denen die Moleküle ihre antibiotische Wirkung verdanken. Tauschen die Forscher die Ringstrukturen zwischen unterschiedlichen Lantibiotika aus, erhalten sie neue Peptide. Die werden anschließend in der Petrischale auf Wirksamkeit gegen Bakterien getestet. Mit ausgefeilteren Methoden führt Synpeptide diesen Ansatz nun fort.