In Österreich verwendet man sie allenfalls als Tierfutter, doch in Deutschland und den USA stehen sie auch im Supermarktregal: Lebensmittel auf Basis genetisch veränderter Pflanzen, GMOs (genetisch modifizierte Organismen). Trotzdem sind Herstellung und Verkauf von Genmais & Co auch in Deutschland immer noch umstritten, und entsprechend veränderte Produkte müssen gekennzeichnet werden. Umgekehrt versehen manche Erzeuger Lebensmittel aber auch freiwillig mit dem Siegel "Ohne Gentechnik" – um damit zu werben, dass ein Produkt aus naturbelassenen Rohstoffen hergestellt wurde.

Doch wie rational sind Ängste und Bedenken von Konsumenten eigentlich? In neun kurzweiligen Minuten widmet sich ein Video des bekannten YouTube-Kanals "Kurzgesagt – In a nutshell" genau dieser Frage. Gespickt mit Daten und Fakten geht es einigen Einwänden der GMO-Gegner auf den Grund. Dabei erklären die Münchner Animationsdesigner – denen man angesichts der lausigen deutschen Untertitel besser im englischen Original zuhört –, welche Lebensmittel derzeit gentechnisch verändert werden und wozu die Eingriffe ins Erbgut überhaupt taugen. Im Begleittext auf YouTube nennen sie dankenswerterweise sogar ihre Quellen.

Vorrangig beschäftigt sich das Video damit, ob genetische Veränderungen die Konsumentensicherheit gefährden. Dies ist aber nur eine der Sorgen, die GMO-Gegner äußern: Kritik an den Methoden der Konzerne zur Profitsteigerung ist eine weitere. Viele der derzeit üblichen Modifikationen in Kulturpflanzen machen diese weniger anfällig für Unkrautbekämpfungsmittel. So können große Mengen der Stoffe eingesetzt werden, ohne die Nutzpflanze zu schädigen. Das kommt Unternehmen zugute, die die resistenten Pflänzchen zusammen mit den Herbiziden verkaufen. Ob dieses Vorgehen Mensch und Umwelt mehr schadet als nutzt, ist ein heikles, und heiß diskutiertes Thema: Ein Beispiel hierzu ist die Glyphosat-Debatte, bei der die potentiell gesundheitsschädigende Wirkung des Stoffs im Mittelpunkt steht.

Ebenfalls nur kurz gehen die YouTuber darauf ein, welche genetischen Veränderungen in Zukunft noch zum Einsatz kommen könnten. Denn ihr eigentliches Potenzial schöpfen GMOs bislang gar nicht aus. Statt einprogrammierten Resistenzen könnte Gentechnik Pflanzen nämlich auch ertragreicher machen. 2016 stellte eine Forschergruppe eine genetische Veränderung vor, die Tabakpflanzen schneller und höher wachsen ließ – weil Änderungen in ihrem Photosynthesesystem die Energiegewinnung der Pflanzen optimierten. Lässt sich der Ansatz auch auf weitere Pflanzen anwenden, hieße das: Bei gleicher Anbaufläche könnten bis zu 20 Prozent mehr Feldfrüchte geerntet werden.

Zudem könnte genetische Manipulation Lebensmittel auch mit wichtigen Nähstoffen anreichern. "Goldener" Reis beispielsweise lässt sich so verändern, dass er große Mengen an Karotinoiden herstellt, die unser Körper in das essentielle Vitamin A umwandeln kann. Millionen Menschen weltweit, die sich hauptsächlich von Reis ernähren, könnte man auf diese Weise vor den Folgen von Vitamin-A-Mangel schützen – unter anderem vor Erblindung.

Auch diese Art von GMOs hat ihre Gegner. Greenpeace beispielsweise setzt sich schon seit Langem gegen goldenen Reis ein. Gegenwind kam 2016 von mehr als 100 Nobelpreisträgern. In einem offenen Brief sprachen sie sich für den Reis aus – und gegen die Einwände von Greenpeace. Einige ihrer Argumente finden sich auch im Video wieder. Dieses ist – trotz einseitigem Fokus – sehenswert.