Wie kann es in einem Universum, das gänzlich von objektiven physikalischen Gesetzen beherrscht wird, so etwas wie subjektives Erleben geben? Der australische Philosoph David Chalmers von der New York University spricht hier vom "schwierigen Problem des Bewusstseins". In dem rund neunminütigen Interview auf dem YouTube-Kanal "Serious Science" erklärt Chalmers seine Position. Kenner werden hier nichts Neues lernen, alle anderen erhalten aber eine gelungene Einführung in verständlicher Alltagssprache.

Mit seiner Position steht Chalmers in der so genannten Philosophie des Geistes nicht allein, hier spricht man vom Problem der Qualia oder des phänomenalen Bewusstseins. Es fühlt sich eben in einer bestimmten Weise an, eine Tomate zu schmecken oder einen Schmerz zu spüren – aber wie lässt sich das naturwissenschaftlich fassen? Bereits 1974 beschrieb der amerikanische Philosoph Thomas Nagel von der New York University in einem berühmten Aufsatz den Gegensatz zwischen unserem objektiven und subjektiven Wissen. Selbst wenn wir alles über die physiologischen Details der Echoortung von Fledermäusen in Erfahrung gebracht hätten, so Nagels Beispiel, wüssten wir nicht, "wie es ist, eine Fledermaus zu sein". Mit solchen Argumenten wollen Philosophen wie Nagel und Chalmers letztlich zum Ausdruck bringen, dass wir subjektives Erleben nicht auf neuronale Prozesse im Gehirn reduzieren können.

Bis heute ist allerdings in der Philosophie und den Neurowissenschaften umstritten, ob das Problem der Qualia in dieser Radikalität überhaupt besteht. Eine Gegenposition findet sich etwa in einem Beitrag des Neurowissenschaftlers Andreas Engels auf dasGehirn.info.