Knapp zwei Meter lang wären die Chromosomen einer einzelnen menschlichen Zelle auseinandergefaltet und aneinandergereiht. In den Riesenmolekülen steckt die Erbinformation. Was aber muss in der Zelle passieren, damit aus den Erbanlagen auch ein Mensch mit ganz bestimmten Merkmalen wird? Das ziemlich altmodische und wenig unterhaltsame Lehrvideo von 2016 strömt den Charme des Schulfernsehens aus – und tatsächlich stammt der Vierzehnminüter aus der entsprechenden Reihe von ARD-alpha. Seine Inhalte vermittelt er aber gut, zeigt detaillierte Animationen und führt selbst komplexe Fachbegriffe ein.

Kleinere Schnitzer erlaubt er sich gleichwohl. Im Reagenzglas der Forscherin befindet sich sicher nicht nur "eine DNA", denn die wäre mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Vielmehr stellen die weißen Fäden Klumpen von Millionen einzelner DNA-Stränge dar – und die kann man sogar ohne Labor mit einfachsten Mitteln zu Hause aus Zellkernen herauslösen (Anleitung zur DNA extraction). Ein Protein ist zudem deutlich länger als im Film dargestellt – im Durchschnitt sind hier 300 Aminosäuren miteinander verknüpft.

Beim Thema Mutationen greift das Video ebenfalls zu kurz, indem es sich auf eine ganz spezielle Mutation fokussiert, die Punktmutation – die zudem häufig folgenlos bleibt. Interessanter wird es, wenn ganze Chromosomenabschnitte mutieren. Falls diese dann auch noch Teil der Keimbahn sind, also der geschlechtlichen Fortpflanzung dienen, tragen sie maßgeblich zum Artenreichtum bei.