"Tranquillity base here – the Eagle has landed." Mit diesen Worten von Neil Armstrong wurde am 20. Juli 1969 Wirklichkeit, was noch wenige Jahrzehnte zuvor als Sciencefiction gegolten hatte. Gemeinsam mit Edwin Aldrin landete Armstrong in der Mondfähre Eagle im südlichen Teil des Mare Tranquillitatis (lateinisch für: Meer der Ruhe). Während die beiden Astronauten die Umgebung erkundeten und dabei 21 Kilogramm Mondgestein einsammelten, umrundete Michael Collins den Erdtrabanten an Bord der Kommandokapsel.

Bis 1972 folgten fünf weitere Mondbesuche. Zurück blieben unter anderem drei Mondfahrzeuge sowie Laserspiegel, die noch heute eine zentimetergenaue Messung der Monddistanz ermöglichen. Für Forschungsmissionen blieb unser kosmischer Nachbar weiterhin ein begehrtes Ziel: Chinesische, europäische, US-amerikanische, indische und japanische Raumsonden erkundeten den Mond aus der Nähe und befeuerten erneut das öffentliche Interesse.

Apollo-11-Astronaut Edwin Aldrin
© NASA
(Ausschnitt)
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Doch die Eindrücke, die von den Apollo-Missionen zurückblieben, sind bis heute in den Gedanken vieler Menschen präsent. So fragen manchmal Besucher einer Sternwarte, nachdem sie die Mondkrater, Mare und Gebirge durch ein leistungsfähiges Teleskop bestaunt haben: "Und wo ist die US-Flagge?" Man könnte ihnen nun erklären, dass ein Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von mindestens zehn Metern erforderlich wäre, um Einzelheiten am Landeort zu erspähen. Zudem müsste ein solcher Riesenspiegel außerhalb der unruhigen Erdatmosphäre betrieben werden, um das geforderte Auflösungsvermögen von rund einer tausendstel Bogensekunde zu erreichen – sofern man sich nicht raffinierter technischer Kniffe bedient, beispielsweise der adaptiven Optik oder der Interferometrie. Aber betrachten wir doch einmal, was ein mittleres Amateurteleskop von vielleicht vier Zoll Öffnung in der Umgebung der Landestelle zeigt!

Im Meer der Ruhe

Um das Gebiet zu finden, orientieren Sie sich an markanten Mondformationen: Westlich des Mare Crisium, etwa dort, wo das Mare Serenitatis an das Mare Tranquillitatis grenzt, befindet sich der Krater Plinius. Von hier aus geht es weiter in südsüdwestlicher Richtung zu den Kratern Ritter und Sabine. Genau östlich von Sabine befinden sich drei winzige Krater: Aldrin, Collins und Armstrong. Aldrin misst 3,4 Kilometer, Armstrong 4,6 Kilometer und Collins 2,4 Kilometer. In der mittleren Mondentfernung von rund 384 400 Kilometern betragen die entsprechenden scheinbaren Durchmesser 1,9, 2,5 beziehungsweise 1,3 Bogensekunden.

Bei großer Luftunruhe erscheinen die drei Krater recht verwaschen, doch hier hilft ein Trick: Etwa zwei Tage vor dem zunehmenden Halbmond und zwei Tage vor dem abnehmenden Halbmond fällt das Sonnenlicht unter einem sehr flachen Winkel auf die Region. Die Krater lassen sich nun anhand ihres Schattenwurfs leicht erkennen.

Landestelle von Apollo 11
© Jörg Schlimmer / NASA / SuW-Grafik
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Ausgehend von dem leicht sichtbaren Krater Sabine lässt sich das Gebiet auffinden, in der die Mission Apollo 11 landete. In der Übersichtsaufnahme links ist der Ausschnitt der Detailkarte rechts rot markiert.

Unweit davon befinden sich auch die Zielorte der Raumsonden Ranger 8 und Surveyor 5. Sie dienten zur Vorbereitung der Apollo-Mission. Ranger 8 schlug am 17. Februar 1965 auf der Mondoberfläche auf, nachdem sie mehr als 7000 Bilder zur Erde übertragen hatte. Surveyor 5 landete am 8. September 1967 weich auf dem Mond. Südlich der Landestelle von Surveyor 5 befindet sich Statio Tranquillitatis – jener Ort, an dem Menschen erstmals einen fremden Himmelskörper betraten.

Bereits beim Betrachten der drei kleinen Krater lässt sich erahnen, wie schwierig es wäre, weitaus kleinere Details, beispielsweise die Landestufe der Mondfähre Eagle, zu sichten. Bei ruhiger Luft und flachem Lichteinfall können Sie jedoch versuchen, Bodenformationen nahe der Landestelle auszumachen und diese mit den Durchmessern der drei Krater Aldrin, Collins und Armstrong vergleichen: Wie groß ist das kleinste Detail, das Sie auf dem Mond wahrnehmen?