Direkt zum Inhalt

News: Der größte aller Saurier

Aus vier Halswirbeln haben Wissenschaftler das Aussehen der größten Echsen rekonstruiert, die jemals auf unserem Planeten gelebt haben. Die Knochen wurden 1994 in Südwestoklahoma gefunden und sind 110 Millionen Jahre alt. Es handelt sich dabei um die bisher jüngsten Dinosaurierknochen, denn zu der Zeit als Sauroposeidon proteles gelebt hat, waren die Saurier in Nordamerika eigentlich schon ausgestorben.
Der Sauroposeidon proteles hätte in ein Fenster im sechsten Stock schauen können, ohne dafür seinen Hals recken zu müssen. "Es ist wirklich erstaunlich. Dieser Dinosaurier war die größte Kreatur, die je auf der Erde gelebt hat", sagte Richard Cifelli von der University of Oklahoma, der die Untersuchungen geleitet hatte. Zunächst glaubte er, es handele sich bei den Wirbeln um Stämme von prähistorischen Bäumen. Bei näherer Untersuchung stellte sich aber heraus, daß die Dinosaurierknochen von einem Verwandten des gut studierten Brachiosaurus stammen. Allerdings war Sauroposeidon noch um einiges größer als dieser. "Der Hals dieser Echse war um ein Drittel länger als der von Brachiosaurus", sagte Mathew Wedel, der mit Cifelli und dem Radiologen Kent Sanders die Untersuchungen durchgeführt hatte. Der längste Rückenwirbel von Sauroposeidon war 140 Zentimeter lang, damit maß der Hals wahrscheinlich zehn und sein Körper 30 Meter. Insgesamt war Sauroposeidon proteles 18 Meter hoch und konnte somit in den Wipfeln von Pinien grasen, sagte Wedel. Die Wissenschaftler präsentierten ihre Ergebnisse im Oktober 1999 auf einer Tagung der Society of Vertebrate Paleontology in Denver.

Die Knochen von Sauroposeidon waren mit feinen Luftzellen gefüllt, daher war er mit 60 Tonnen ungewöhnlich leicht für seine Größe. Es ist schwer vorzustellen, daß ein Hals so lang werden kann und trotzdem funktioniert, meint Cifelli. "Er ist ein alter Entwurf. In dieser Zeit hat so ein Körper einfach nicht mehr funktioniert. Als der Kerl herumlief, starben [die Dinosaurier] aus in Nordamerika. Er ist auf jeden Fall der letzte seiner Art", fügt Cifelli hinzu.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.