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News: Vitamin D gegen Krebs?

Vitamine sind, in der richtigen Menge, lebenswichtig und gesund - daran ist nicht zu zweifeln. Einige von ihnen, wie Vitamin C oder E, sollen unter anderem auch gegen Krebs helfen. Nun könnte sich auch das Vitamin D in diese Liste einreihen, das ansonsten ganz entscheidend für die normale Entwicklung von Knochen und Zähnen ist. Leicht abgewandelte Moleküle der Verbindung konnten bei Mäusen den Ausbruch von Hautkrebs verzögern und die Zahl der Tumoren deutlich verringern.
Eltern bekommen von Kinderärzten häufig den Rat, ihren Sprösslingen Vitamin D zu geben, damit sich die Knochen und Zähne der Kleinen gut entwickeln. Unsere Haut stellt die Substanz unter Einfluss von Sonnenlicht aber auch selbst her. Ein Mangel an Vitamin D oder Sonnenlicht kann daher bei Kindern zu Rachitis und bei älteren Menschen zu Osteoporose führen.

Offenbar hat die Verbindung aber noch einen positiven Nebeneffekt: Sie ist in der Lage, den Ausbruch von Hautkrebs zu verzögern und die Zahl der Tumoren zu verringern. Die dafür therapeutisch wirksamen Mengen des Vitamins sind allerdings so hoch, dass sie auf andere Weise gesundheitsschädlich wirken – sie entziehen den Knochen Calcium, das sich dann in den Gefäßen anreichert und gefährliche Ablagerungen bilden kann.

Doch Gary Posner von der Johns Hopkins University und seine Mitarbeiter haben nun vier abgewandelte Formen des Vitamin D-Moleküls konstruiert, welche dieselben positiven Eigenschaften haben, ohne jedoch die schädlichen Nebenwirkungen zu zeigen.

Das Team fand heraus, dass eine zusätzliche Methylgruppe an einem Ring des Moleküls den Calciumentzug deutlich verringerte. Zwei zusätzliche Fluoratome sorgen schließlich dafür, dass der Körper die Substanz nicht so schnell spalten und abbauen kann. Damit erhöht sich auch die Wirkungsdauer der Vitamin D-Analogen oder so genannten Deltanoide.

Anschließend testeten die Wissenschaftler die neuen Substanzen an Mäusen, deren Haut sie mit einer krebsauslösenden Salbe behandelt hatten. Die Ergebnisse sind recht vielversprechend: Nach 20 Wochen Behandlung hatte der aussichtsreichste Kandidat der veränderten Vitamine bei den behandelten Nagern gegenüber Kontrolltieren das Auftreten von Tumoren um 28 Prozent sowie die Zahl an Tumoren um 63 Prozent reduziert, berichtete Posner am 22. August 2000 auf einer Tagung der American Chemical Society in Washington.

Die Forscher hoffen, dass sich die gute vorbeugende und lindernde Wirkung der Vitamin D-Analogen auch in klinischen Studien bestätigt und die Stoffe so die Grundlage für neue Medikamente werden. Mit diesen könnten Ärzte dann Menschen vorsorglich behandeln, die ein besonders großes Risiko haben, an Krebs zu erkranken – beispielsweise auf Grund von genetischen Defekten, medizinischer Vorgeschichte oder weil sie entsprechend schädlichen Umweltbedingugen verstärkt ausgesetzt sind. Bis solche Mittel auf den Markt kommen, werden nach Ansicht von Posner aber noch einige Jahre verstreichen.

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