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Auszeichnung für "Spektrum"-Autor: Effizienz statt Verzicht

Gelebte Energieeffizienz | Professor Dr. Ing. Eberhard K. Jochem wurde mit dem Bayer Climate Award ausgezeichnet.
Effizientere Nutzung von Energie "ist der schnellste und kostengünstigste Weg zum Klimaschutz", schrieb Eberhard K. Jochem in seinem Spektrum-Beitrag "Energie besser nutzen – ohne Komfortverlust", den Sie hier kostenfrei lesen können (siehe Link rechts oben; die zugehörige pdf-Datei ist aus Copyrightgründen kostenpflichtig).

Jochem führte gleich zwei Beispiele an. Während das deutsche Procter & Gamble-Werk seine Produktion zwischen 2001 und 2005 um 45 Prozent erhöhte, stieg sein Energiebedarf dank Effizienzverbesserungen nur um 12 Prozent, die Kohlendioxidemissionen stagnierten sogar. Und schon heute benötigen Niedrigenergiehäuser nur noch ein Sechstel der Heizenergie herkömmlicher Gebäude.

Für seine Forschung auf dem Gebiet der Energieeffizienz erhielt der Professor vom Karlsruher Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) am gestrigen Dienstag nun den mit 50.000 Euro dotierten "Bayer Climate Award". Ausgewählt worden war Jochem aus elf von den Präsidenten der europäischen Forschungsgemeinschaften nominierten Kandidaten.

In der Jury saß auch Ernst-Ludwig Winnacker, Generalsekretär des Europäischen Forschungsrats und zuvor langjähriger Vizepräsident und Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Jochem habe "maßgeblich die Entwicklung und Überprüfung von Klimapolitiken auf nationaler und internationaler Ebene beeinflusst", so Winnacker. In seinen Studien konnte er zum Beispiel auch nachweisen, dass durch höhere Materialeffizienz in der energieintensiven Industrie die benötigte Primärenergie um jährlich 0,5 Prozent gesenkt werden kann, wenn man sie zudem mit Managementformen wie dem Leasen von Maschinen kombiniert.

Auch in die fernere Zukunft hat Jochem schon gedacht, wie er in "Spektrum" schrieb. Die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft, in der jeder Mensch auf dem Globus nur 2000 Watt an Primärenergie benötige, habe er in einem Kreis Schweizer Wissenschaftler evaluiert. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dies sei in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts technisch machbar – auch wenn dafür der Pro-Kopf-Verbrauch in den Industrienationen in den kommenden 60 bis 80 Jahren um zwei Drittel sinken müsste.

Komfortverluste wären dennoch nicht zu befürchten, zugleich könnte sogar das Bruttoinlandsprodukt um zwei Drittel steigen. Teure Anpassungen an den Klimawandel können wir also vermeiden, schließt Jochem – "aber nur, wenn Energieeffizienz zu einem globalen Anliegen wird".

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