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100 Millionen Jahre in Bernstein: Der älteste Schleimpilz der Welt

In Bernstein aus dem Norden Myanmars haben Wissenschaftler den ältesten bislang bekannten Schleimpilz entdeckt. 100 Millionen Jahre lang war er dort eingeschlossen.
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Schleimpilz in Bernstein

Stolze 100 Millionen Jahre hat ein Schleimpilz auf dem Buckel, den ein Team um Jouko Rikkinen von der Universität Helsinki nun in Bernstein aus Myanmar entdeckte. Das macht ihn zum mit Abstand ältesten Fossil aus der Gruppe der Myxomyceten, so der wissenschaftliche Name der Echten Schleimpilze, das Forscher bislang fanden. Zuvor stießen sie lediglich auf zwei Fossilbelege von Fruchtkörpern, die zwischen 35 und 40 Millionen Jahre alt sind. Das liegt vor allem an deren Kurzlebigkeit: Den Großteil ihres Lebens verbringen die Organismen als einzelne bewegliche Zellen, die sich im Boden oder in verrottetem Holz verstecken. Fruchtkörper bilden sie erst zu Fortpflanzungszwecken aus.

Dass die rund 2,5 Millimeter großen Fruchtkörper des Exemplars aus Myanmar Jahrmillionen überdauerten, ist offenbar einer Verkettung von Zufällen zu verdanken: »Die fragilen Fruchtkörper wurden höchstwahrscheinlich von einer Eidechse, die ebenfalls im klebrigen Baumharz gefangen wurde, von der Baumrinde gerissen und schließlich zusammen mit dem Reptil darin eingebettet«, so Rikkinen. Ein Bein der Eidechse fanden die Wissenschaftler ebenfalls im Bernstein.

Die Fruchtkörper des Fossils seien nicht von denen der bis heute verbreiteten Schleimpilzgattung Stemonitis zu unterscheiden, schreiben die Forscher im Fachmagazin »Scientific Reports«. Das deute auf die Langlebigkeit der ökologischen Anpassungen der Myxomyceten hin.

02/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 02/2020

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