3I/ATLAS: Der interstellare Besucher im Visier der Raumsonde JUICE

Der interstellare Besucher im Porträt
Auf diesem Bild der Raumsonde JUICE (englisch: Jupiter Icy Moons Explorer) lässt sich gut erkennen, warum Kometen auch »Haarsterne« genannt werden. Bei den nach oben gerichteten »Haaren« handelt es sich um eine Vielzahl von Staubschweifen, die vom eigentlichen, festen Kometenkern ausgehen. Dieser ist in der Aufnahme nicht sichtbar. Er verbirgt sich im etwas überbelichteten Kopf des Kometen, der sogenannten Koma. Die Staubschweife entstehen durch die Einwirkung der Wärmestrahlung der Sonne, deren Position relativ zum Kometen durch den gelben Pfeil angegeben ist.
Durch die Einwirkung der Sonnenwärme heizt sich der Kometenkern auf, sodass dessen Eismassen auftauen und sofort in die Gasphase übergehen – ein Vorgang, den man auch Sublimation nennt. Das Gas reißt dabei Staubpartikel und größere Brocken von der Oberfläche des festen Kerns mit sich. Unter dem Einfluss der Sonnenstrahlung werden die Partikel durch den Lichtdruck relativ zum Kometen verschoben und bilden dabei ausgeprägte Staubschweife aus. Der Komet selbst bewegt sich in Richtung des blauen Pfeils über den Sternenhimmel.
Das Bild entstand am 6. November 2025 mit der wissenschaftlichen Kamera JANUS an Bord von JUICE, die dafür bestimmt ist, ab dem Jahr 2031 den Jupiter und seine Monde zu fotografieren. Eigentlich ist diese Kamera nicht darauf ausgelegt, eher lichtschwache Objekte am Himmel zu fotografieren, aber der Versuch, 3I/ATLAS aus einer Entfernung von 66 Millionen Kilometern abzulichten (44 Prozent der Entfernung der Erde zur Sonne), ist glänzend gelungen.
Dass die Bilder nicht schon im November zur Erde übertragen wurden, sondern erst in der letzten Februarwoche 2026, liegt daran, dass sich die Sonde vor der starken Sonneneinstrahlung schützen musste. Im Herbst befand sie sich deutlich näher an der Sonne als die Erde. Die große Parabol-Hauptantenne diente dabei als Schild, um die Technik der Raumsonde vor Überhitzung zu bewahren. Somit konnte JUICE nicht auf die Erde gerichtet werden, sodass sich die Projektteams der Kamera und anderer Instrumente an Bord in Geduld fassen mussten, bis wieder eine direkte Kommunikation möglich war.
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