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Altsteinzeitliche Kunst: 41 500 Jahre alter Schmuck

Vor rund 40 000 Jahren setzte sich eine Innovation in Europa durch: mit Punktmustern verzierte Gegenstände. Der bislang älteste tauchte nun in Osteuropa auf.
Anhänger aus Mammutelfenbein

Anhänger aus Mammutelfenbein

Wie fast alle Beispiele sehr früher Kunst sieht auch dieser Anhänger nach nicht viel aus. Und dennoch sind die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Sahra Talamo vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie davon überzeugt, mit ihrem Fund einen bedeutenden Schritt in der menschlichen Entwicklung zu erfassen: den Beginn der Verzierung des eigenen Körpers durch bearbeitete Schmuckgegenstände. Das 4,5 Zentimeter lange Fragment aus Mammutelfenbein weist eine Kette von runden Einkerbungen und zwei Löcher auf. Laut Radiokarbondatierung ist es 41 500 Jahre alt und damit das älteste Objekt dieser Art. Gefunden wurde es in der Stajna-Höhle unweit von Krakau.

Es ist jedoch keineswegs das einzige Objekt dieser Art. Ganz ähnliche Verzierungen finden sich in anderen Regionen Eurasiens, insbesondere in Südwestdeutschland und Frankreich. Sie seien insgesamt eher ungenau datiert und nur wenig jünger als das Objekt, schreibt die Gruppe im Fachmagazin »Scientific Reports«.

Während manche dieser Punktmuster erkennbar Tiere zeigen, ist die Bedeutung solcher schleifenförmigen Verzierungen weniger offensichtlich. Die Vermutungen reichen von Zählmarken für erfolgreiche Jagden bis hin zu der Abbildung des lunaren Analemma – markiert man jede Nacht um die gleiche Zeit die Position des Monds am Himmel, ergibt sich ebenfalls eine liegende Acht. Die Ähnlichkeit sei tatsächlich »auffallend«, schreiben die Autoren der Studie.

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