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Atlas der Pilzhyphen: Hotspots im globalen Pilz-Netzwerk

Fachleute haben nach Analyse tausender Bodenproben ein Modell erstellt, das die Dichte der unterirdischen Pilzfäden sichtbar macht, die Pflanzen beim Wachsen helfen.
Eine Weltkarte zeigt die Verteilung der Mykorrhiza-Infrastruktur, dargestellt durch die Dichte der Hyphen von arbuskulären Mykorrhizapilzen (AM-Pilze) in Meter pro Kubikzentimeter. Die Karte verwendet eine Farbskala von Blau bis Gelb, um die Dichte anzuzeigen. Regionen mit hoher Dichte sind unter anderem Florida, die Höhenlagen entlang der nordamerikanischen Ostküste, das Gebiet um die Anden in Südamerika, Schottland und Nordirland in Europa, das chinesisch-tibetische Hochland in Asien, Madagaskar sowie ein Areal nördlich des Viktoriasees in Afrika.

Wo arbuskuläre Mykorrhiza die dichtesten Netze bilden

Die meisten Landpflanzen müssen sich mit unterirdischen Pilzen verbünden, um gut wachsen und gedeihen zu können. Bestimmte Pilze dringen dazu mit feinsten Fädchen in Wurzelzellen ein und bilden eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft. Diese Strukturen sind nicht nur zentral für das Überleben von etwa 70 Prozent aller Pflanzenarten. Sie ziehen zudem Kohlendioxid aus der Atmosphäre und speichern den enthaltenen Kohlenstoff im Boden – womit sie eine entscheidende Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf spielen.

Bislang war jedoch kaum klar, wie die Pilznetzwerke, die solche Mykorrhiza ausbilden, global verteilt sind. Mithilfe von mehr als 16 000 Bohrkernen voller Erde aus der ganzen Welt konnten Fachleute das nun ändern. Sie schlossen sich zum internationalen Konsortium »Society for the Protection of Underground Networks« (deutsch: »Gesellschaft zum Schutz von Untergrundnetzwerken«) zusammen und analysierten den Gehalt von Mykorrhiza in den Bodenproben. Die Daten flossen in ein Modell ein, das voraussagt, wo die Pilze besonders dichte Netzwerke bilden und wo der Boden geringere Mengen der symbiotischen Organismen enthält.

Insgesamt schätzen die Expertinnen und Experten das Netzwerk feiner Pilzfäden im Erdboden auf eine Länge von mehr als 100 Billiarden Kilometer. Würde man alle Stränge zusammenkleben, könnte man sie fast 500 Millionen Mal von der Erde zur Sonne und zurück winden. Am dichtesten wachsen die Pilze in den Schwemmgebieten im Südsudan, in den Everglades in Florida und im tibetischen Hochland. In Europa sind Schottland und Nordirland besonders reich an den Symbionten. Insgesamt dürften die Netzwerke pro Jahr etwa vier Milliarden Tonnen CO2 aufnehmen und im Boden binden, was knapp elf Prozent aller Kohlendioxidemissionen entspricht, die durch menschliche Aktivitäten anfallen.

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