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Insekten in 3-D: Auf dem Scanner sitzt 'ne kleine Wanze

In Naturkundemuseen lagern Millionen Präparate von Insekten – ein Scanner soll sie für alle zugänglich machen.
Streifenwanze in 3DLaden...

Man kann sie drehen und wenden, ihnen auf den Pelz rücken und Fühler, Beinchen oder Panzer von Nahem bestaunen. Die Rede ist von Insekten, genauer gesagt den Präparaten von Insekten, die per Scanner als dreidimensionales Modell am Computer vorliegen. So wie diese ein Zentimeter lange Streifenwanze, Graphosoma lineatum, oben im Bild und unten im 3-D-Modell.

Graphosoma lineatum by Digital Archive of Natural History (DiNArDa) on Sketchfab

Der Ökologe Michael Heethoff von der TU Darmstadt hat den Sechsbeiner aufgenommen. Er und sein Team entwickelten einen 3-D-Scanner speziell für Insektenpräparate. Das Gerät namens »Disc3D« nimmt aus 400 Perspektiven zirka 25 000 Digitalfotos selbst winziger Tiere auf und verarbeitet sie dann zu einem dreidimensionalen Computermodell. »Der Insektenscanner ist für wenige Millimeter große Fliegen genauso geeignet wie für mehrere Zentimeter große Käfer«, erklärt Heethoff.

Der Ökologe und seine Kollegen haben den Scanner für den Einsatz in Museen entwickelt. Eines ihrer Geräte wurde nun im Museum für Naturkunde in Berlin installiert. Das Haus beherbergt ungefähr 30 Millionen Objekte, davon sind allein 15 Millionen Präparate von Insekten, 2,3 Millionen Exponate gehören zu den Hautflüglern. Ziel ist es, möglichst viele Präparate digital aufzuzeichnen und ihre 3-D-Bilder in eine Datenbank einzuspeisen. Auf diesem Weg können Entomologen auf der ganzen Welt die Daten aufrufen und für ihre Arbeit nutzen. Die 3-D-Modelle sollen beispielsweise helfen, Arten zu benennen oder Wege gegen das Insektensterben zu finden.

51/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 51/2019

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