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Centaurus A: Die aktive Galaxie von nebenan

Centaurus A gehört zu den faszinierendsten Galaxien am Südhimmel, und entstand vermutlich durch die Verschmelzung zweier Galaxien. 
Eine farbenfrohe astronomische Aufnahme einer Spiralgalaxie, die sich diagonal durch das Bild erstreckt. Die Galaxie zeigt leuchtende, orangefarbene und gelbe Bereiche, die auf aktive Sternentstehung hinweisen, umgeben von einem dunklen, sternenübersäten Hintergrund. Die Struktur der Galaxie ist deutlich sichtbar, mit einem hellen Zentrum und ausgedehnten Spiralarmen. Das Bild vermittelt die Weite und Schönheit des Universums.

Farbenpracht im Infrarot

Mit einer Entfernung von etwa elf Millionen Lichtjahren ist Centaurus A (auch NGC 5128 oder Caldwell 77) die nächste aktive Riesengalaxie zum Milchstraßensystem und eines der markantesten Objekte des Südhimmels. Von der Erde aus gehört sie zu den hellsten Galaxien, die sich nicht in unserer lokalen Galaxiengruppe befinden. Sie entstand vermutlich durch den Zusammenprall zweier Welteninseln und beherbergt in ihrem Zentrum ein extrem massereiches Schwarzen Loch, das aktiv Materie verschlingt.

Die kombinierte Aufnahme mit der Nahinfrarotkamera (NIRCam) und des Mittelinfrarotinstruments (MIRI) an Bord des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) macht die Überbleibsel der kosmischen Katastrophe als eine farbenfrohe, verzerrte Scheibe sichtbar, die sich durch den inneren Bereich der Galaxie zieht. Der diffuse Schein, der auf den ersten Blick wie das Bildrauschen einer unterbelichteten Aufnahme aussieht, ist in Wirklichkeit ein dichtes Feld aus Millionen einzeln aufgelöster Sterne.

Im Zentrum der Galaxie befindet sich ein extrem massereiches Schwarzes Loch, das kontinuierlich Materie in sich aufnimmt. Bei diesem Prozess werden Radio-, Röntgen- und Gammastrahlung erzeugt. Bei Beobachtungen im Visuellen, etwa mit dem Hubble-Weltraumteleskop, ist der Blick auf die zentrale Region von Centaurus A durch dicke Staubschichten blockiert. Doch die Instrumente des JWST vermögen im Infraroten durch den Schleier hindurchzublicken. Die Aufnahme im Wellenlängenbereich zwischen 900 Nanometern und 10 Mikrometern offenbart neben überraschenden Strukturen auch Bereiche intensiver Sternentstehung, die zuvor verborgen waren.

Mitten durch das Zentrum zieht sich ein verformtes, parallelogrammähnliches Band aus Staub. Diese ungewöhnliche geometrische Form ist ein direktes Resultat der Galaxienkollision und hat die ursprüngliche Struktur der Galaxie stark verzerrt. Besonders in den Aufnahmen des MIRI-Instruments ist eine auffällige s-förmige Struktur erkennbar. Möglicherweise wurde sie durch den Einfluss des Schwarzen Lochs geformt oder ist eine Folge der durch die Verschmelzung ausgelösten Sternentstehung. Die Aufnahme unterstreicht, wie viel komplexer und dynamischer das Innere von Centaurus A ist, als man es mit bisherigen Teleskopen beobachten konnte. Sie liefert Astronomen wertvolle Hinweise darauf, wie die Kollision die Entwicklung der Galaxie prägt und neue Sternpopulationen entstehen lässt.

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