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Corona-Australis-Molekülwolke: Zwischen Staub und Sternenlicht

Die Corona-Australis-Molekülwolke zählt zu den nächstgelegenen Sternenwiegen unserer Galaxis. Leuchtende Reflexionsnebel und dunkle Staubwolken machen sie zu einem der spektakulärsten Motive des Südhimmels.
Ein farbenprächtiges astronomisches Bild zeigt eine dichte Ansammlung von Sternen und interstellaren Wolken. Links im Bild ist eine helle, leuchtende Region mit blauen und orangefarbenen Nebeln zu sehen, die von dunklen Staubwolken durchzogen sind. Rechts oben befindet sich ein kugelförmiger Sternhaufen, der aus zahlreichen dicht gepackten Sternen besteht. Die Szene vermittelt die Weite und Komplexität des Universums.

Turbulente Nachbarschaft

Tief im Sternbild Südliche Krone (lateinisch: Corona Australis) verbirgt sich eine der unserem Sonnensystem nächstgelegenen Regionen aktiver Sternentstehung. Die Corona-Australis-Molekülwolke im linken Bildteil ist nur 430 Lichtjahre von der Erde entfernt und beherbergt zahlreiche neugeborene Sterne, leuchtende Nebel und dunkle Staubspuren.

Am linken Rand der Aufnahme, eingehüllt in einer orangefarben leuchtenden Wolke, befindet sich das Doppelsternsystem R Coronae Australis. Die Hauptkomponente des Paars ist ein werdender Stern. Er befindet sich noch in der Phase der Kontraktion, während sein Inneres stetig heißer wird. Sein Begleiter wurde erst im Jahr 2019 entdeckt, ein Roter Zwerg. Beide umkreisen ihren gemeinsamen Schwerpunkt in etwa 43 bis 47 Jahren.

Gleich darunter zeigt sich der spiralförmige Ausfluss des Herbig-Haro-Objekts HH 100. Hier wird heißes, ionisiertes Gas von einem ebenfalls entstehenden Stern, einem Protostern, abgestoßen. Dort, wo es auf das umgebende interstellare Medium trifft, bilden sich Stoßfronten, die das umliegende Gas aufleuchten lassen.

Rechts oberhalb des Doppelsternsystems fallen ausgedehnte, bläulich leuchtende Gaswolken ins Auge, die Reflexionsnebel NGC 6726 und 6727. Das Licht von neugeborenen Sternen in deren Innerem wird an Staubteilchen gestreut und reflektiert. Dabei wird der kurzwellige Anteil stärker gestreut, sodass die Nebel in blaues Licht getaucht werden. Auch der am unteren Bildrand befindliche Reflexionsnebel IC 4812 fällt in diese Kategorie und wird von den beiden nur scheinbar nahe stehenden Sternen HD 176269 und HD 176270 beleuchtet.

Der blaue Schein kontrastiert eindrucksvoll mit den tiefschwarzen Staubbändern, die sich durch die Molekülwolke ziehen. In diesen verbergen sich zahlreiche weitere Protosterne, T-Tauri-Sterne und möglicherweise Planeten. Aus diesem Grund ist die Corona-Australis-Molekülwolke auch ein beliebtes Beobachtungsziel moderner Observatorien wie des Atacama Large Millimeter Array oder des James-Webb-Weltraumteleskops. Deren Instrumente können den kosmischen Staub durchdringen.

Einen markanten Kontrast bildet auch der Kugelsternhaufen NGC 6723 am oberen rechten Rand der Aufnahme, auch »Kronleuchter-Haufen« (englisch: Chandelier Cluster) genannt. Obwohl er Teil der Szenerie zu sein scheint, liegt er mit einer Entfernung von rund 29 000 Lichtjahren weit hinter der eigentlichen Molekülwolke.

Aufgenommen wurde das Bild mit der Dark Energy Camera (DECam) auf dem Victor M. Blanco Telescope, einem 4-Meter-Teleskop am Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile. Die 570-Megapixel-Kamera erfasst Strahlung im visuellen und nahinfraroten Bereich bei Wellenlängen von 400 bis 1050 Nanometern und wurde ursprünglich entwickelt, um die beschleunigte Ausdehnung des Universums zu untersuchen.

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