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Ein Männlein strahlt im Walde...

Das Rätsel der Leuchtpilze

Etwa 80 Pilzarten weltweit leuchten im Dunkeln. Eine internationale Arbeitsgruppe hat nun herausgefunden, warum - und wie man ihnen interessantere Farben verpasst.
Vier Pilze, die in blau, grün, gelb und rot leuchten. Echt ist nur die grüne Farbe, der Rest ist Bildbearbeitung. Das Forscherteam hofft allerdings, den Effekt irgendwann auch mit molekularbiologischen Methoden zu erzielen.

Bunte Pilze

Organismen, die ihr eigenes Licht erzeugen, gibt es quer durch alle Bereiche des Lebens. Mikroorganismen tun es ebenso wie Quallen, Käfer und sogar Frösche. Auch viele Pilze besitzen dieses als Biolumineszenz bezeichnete Talent. Doch während man bei anderen Wesen weiß, wie sie ihr Licht erzeugen, war diese Fähigkeit bei Pilzen bisher rätselhaft. Nun hat ein Team um Zinaida M. Kaskova von der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau beim brasilianischen Pilz Neonothopanus gardneri die Struktur des verantwortlichen Moleküls entschlüsselt. Das grüne Leuchten des Pilzes wird von einem Luziferase-Luziferin-System erzeugt, das man in ähnlicher Form auch von Insekten kennt.

Das Luziferin ist ein kleines Molekül, das von dem Enzym Luziferase mit Sauerstoff umgesetzt wird Dabei entsteht ein angeregtes Molekül namens Oxyluziferin, das dann Licht in spezifischer Farbe aussendet. Der Clou: Nach Angaben von Kaskova und ihrer Arbeitsgruppe kann die Luziferase den Trick auch mit anderen, ähnlichen Chemikalien – diese würden dann zum Beispiel in anderen Farben leuchten als im natürlichen Geistergrün. Was man konkret mit bunt leuchtenden Pilzen anstellen soll, ist zwar noch völlig offen. Immerhin erinnert das Konzept an das vor einigen Jahren entdeckte Green Fluorescent Protein aus Quallen, dessen Abkömmlinge inzwischen in allen Farben des Regenbogens gute Dienste leisten. Sie brauchen dafür noch UV-Licht. Das könnte man sich mit der Pilz-Luziferase sparen.

18/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 18/2017

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