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Antarktis

Das trockenste Tal wird feuchter

Die McMurdo-Trockentäler der Antarktis gelten als die trockensten Regionen der Erde - seit Jahrtausenden ohne Niederschlag. Doch langsam verändert sich das.
Halo über dem McMurdo-Trockental

Halo über dem McMurdo-Trockental

Hier lebt keine Pflanze und auch kein höheres Tier: Die McMurdo-Trockentäler der Antarktis gelten als Extrembeispiel eines Lebensraums auf Erden. Vielleicht seit Millionen Jahren gab es hier keinen Niederschlag mehr, Feuchtigkeit kommt allenfalls sehr lokal vom Schmelzwasser angrenzender Gletscher. Obwohl sie mitten in der Antarktis liegt, ist die Region selbst eisfrei. Bis 2001 hat sie sich sogar dem allgemeinen Erwärmungstrend der Erde entzogen, doch dieses Jahr markiert einen Wendepunkt, wie Walter Andriuzzi von der Colorado State University und sein Team in "Ecology" schreiben. Damals kam es zu einem extremen Wärmeereignis in McMurdo, und seitdem geht es hier mit den Durchschnittstemperaturen aufwärts. Wichtiger ist aber noch, dass sich Wetterextreme häufen, die in den Jahrzehnten davor nicht beobachtet worden waren. Folglich sickert mehr Schmelzwasser vom umliegenden Eis ins Becken – was die Tierwelt im Boden dort drastisch verändert. Denn obwohl dieser die meiste Zeit des Jahres tief gefroren ist, hat sich hier Leben entwickelt und gehalten, wie Würmer, Räder- und Bärtierchen. Mit der zunehmenden Feuchte verschwindet jedoch die dominierende Wurmart Scottnema lindsayae, stattdessen nehmen die anderen Arten und die Vielfalt allgemein zu. Für die Menschheit ist das vielleicht nur ein klitzekleines Ereignis, für die Trockentäler aber wohl eine ziemliche Revolution.

02/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 02/2018

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