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Antarktis: Der Eiswürfelberg

Auch wenn es nicht danach aussieht: Was hier durch das antarktische Weddell-Meer treibt, ist tatsächlich natürlichen Ursprungs.
Eis bei 90 Grad

Eis bei 90 Grad

Perfekt rechtwinklig erscheinen die Kanten dieses Eisbergs, den die Forschungsflieger der »Operation IceBridge« der NASA Mitte Oktober 2018 fotografierten. Es handelt sich um ein Bruchstück des Larsen-C-Schelfeises. Diese Eisformation ist einschlägig bekannt für ihre Eisberge: Hier brach im Juli 2017 ein gewaltiger Klotz ab – ein Phänomen, das Forscher mit der zunehmenden Destabilisierung des antarktischen Eises in Zusammenhang bringen.

Der nun abgelichtete »Tafelberg« hat dagegen vergleichsweise bescheidene Ausmaße: Wie groß er genau sei, könne man nicht sagen, wird die NASA-Glaziologin Kelly Brunt zitiert, vermutlich sei er über anderthalb Kilometer lang. Seine auffällige Form findet Brunt ebenfalls »ein bisschen ungewöhnlich«. Vermutlich sind die Bruchkanten noch ganz frisch – im Lauf der Zeit werden Wind und Wellen das ihrige tun und die formschöne Geradlinigkeit zunichtemachen.

Ohnehin ist dieses Geschmacksurteil eine eher oberflächliche Sicht der Dinge: Rund 90 Prozent seiner Masse verbirgt auch dieser Eisberg in der Tiefe des antarktischen Meers.

43/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 43/2018

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