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Amphibiensterben: Der größte Killer

Weltweit starben in den letzten Jahren Dutzende Froscharten aus - vernichtet durch eine grassierende Pilzerkrankung. Doch für die Überlebenden gibt es Hoffnung.
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Copan-Bachfrosch

Weltweit sind in den letzten Jahrzehnten mindestens 90 Frosch- und Krötenarten ausgestorben, bei weiteren 400 Spezies kam es zu teils drastischen Bestandsrückgängen – weitere Totalverluste sind nicht auszuschließen. Schuld daran ist vor allem eine Infektion mit dem aggressiven Pilz Batrachochytrium dendrobatidis, wie Ben Scheele und sein Team von der Australian National University in »Science« schreiben. Dieser Chytridpilz stammt ursprünglich wohl aus Ostasien und wurde mit dem Tierhandel nahezu weltweit verschleppt. Heute kommt er in mindestens 60 Staaten vor, darunter auch in Europa. Am härtesten getroffen hat es allerdings die Lurchfauna in Zentral- und Südamerika sowie Australien, wo die meisten Arten ausgerottet wurden. Wegen dieser verheerenden Wirkung stufen Scheele und Co den Pilz als eine der gefährlichsten invasiven Arten ein, die Menschen in neue Ökosysteme eingetragen haben.

Doch fanden die Biologen auch Zeichen der Hoffnung: Am schlimmsten habe der Pilz in den 1980er Jahren gewütet; seitdem verlangsamte sich die Zahl neu infizierter Bestände und deren Rückgang. Allerdings könnte es sein, dass sich das Sterben wieder beschleunigt, wenn neue, aggressivere Chytridpilzstränge auftauchen oder bislang unberührte Gebiete erreicht würden. Und während viele Frosch- und Krötenpopulationen weiter schrumpfen, haben die Wissenschaftler auch erfreuliche Entwicklungen beobachtet: In manchen Fällen wurden verschollene Arten wiederentdeckt, andere konnten sich an Zahl erholen – und manche wurden sogar einigermaßen resistent gegenüber dem neuen Feind.

13/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 13/2019

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