Direkt zum Inhalt

Muscheln: Halb Weichtier, halb Diskothek

Wenn es auf dem Meeresgrund wild umherblitzt, ist die Diskomuschel mit ihrer Lichtshow am Werk. Für Lichtreflexion sorgen gläserne Nanokügelchen im Weichgewebe.
Discomuschel im AquariumLaden...
Datei herunterladen
Datei (2.1 MB)

Die flammende Feilenmuschel Ctenoides ales ist in den tropischen Salzgewässern des zentralen Indopazifik heimisch und beeindruckt mit einem elektrisch wirkenden Lichtbogen, der wellenartig durch ihren Körper pulsiert. Ihr Name "Diskomuschel" ist Programm: Das Licht von Sonne oder Taucherlampe reflektiert am schimmernden Mantelrand der Muschel und löst eine fulminante Blitzlichtshow aus.

Wie ein Forscherteam um Lindsey Dougherty von der University of California in Berkeley herausfand, ist das Wechselspiel zwischen dem unterschiedlich stark reflektierenden Weichgewebe des Mantels für den Blitzeffekt verantwortlich. Rollt das Tier die äußere Randfalte aus, wird das bauchseitige, weiße Gewebe bloßgelegt. Einrollen des Mantelrands hingegen legt das rote, rückenwärts gelegene Gewebe frei. Der rasche Wechsel zwischen starker und schwacher Reflexion sorgt für ein helles Disko-Blitzen, das in einem Frequenzbereich zwischen zwei und vier Hertz liegt und für Vorbeischwimmende aus nächster Nähe durchaus sichtbar ist. Für maximale Lichtstreuung sorgen mikroskopisch kleine Nanokugeln aus Kieselgel, die sich dicht gepackt im Inneren der Zellen befinden.

Vermutlich lockt die weibliche Diskomuschel mit ihrer biophotonischen Streuung männliche Tiere während der Laichzeit an – aber auch eine Funktion als Gefahrensignal ist, so die Forscher, nicht auszuschließen.

J. R. Soc. Interface 10.1098/rsif.2014.0407, 2014

Lesermeinung

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos